Ärzte Zeitung online, 05.12.2018

Brandenburg

Ärzte wollen Patienten besser steuern

Mit Überweisung vom Hausarzt soll es schneller zum Facharzt gehen, verlangt die KV. Sie fordert die Kassen nun zu entsprechenden Verträgen auf.

POTSDAM. Die Ärzte in Brandenburg wünschen sich mehr Steuerungsmöglichkeiten bei der Patientenversorgung. Die Vertreterversammlung der KV Brandenburg (KVBB) fordert dazu explizit auch die Unterstützung der Krankenkassen ein.

„Die Vertreterversammlung der KV Brandenburg bekennt sich grundsätzlich zur Patientenkoordination in der innerärztlichen Zusammenarbeit. Eine qualifizierte innerärztliche Überweisung, vor allem zwischen Hausarzt und Gebietsarzt, ist ein Element der Patientenkoordination. Patienten mit solchen Überweisungen sollen zeitnahe Termine erhalten“, heißt es in dem Beschluss der Vertreterversammlung von Ende November. Die KV-Vertreter würden es begrüßen, wenn alle Krankenkassen entsprechende Verträge mit der KVBB abschließen. Sie sehen darin kein Problem für die freie Arztwahl.

Der Hausärzteverband Brandenburg begrüßte den Beschluss der KVBB. Verbandschefin Dr. Karin Harre vertritt die Auffassung, dass Ärzteschaft und Krankenkassen dafür sorgen müssten, dass Patienten die richtigen Wege einer Behandlung kennen und die Einhaltung sich auch lohnen würde. „Unser Gesundheitssystem kann den wachsenden Ansprüchen nicht mehr gerecht werden, wenn Patienten unkoordiniert auf Terminsuche beim Facharzt gehen oder sogar bei Lappalien im Krankenhaus aufschlagen.“

Grundsätzlich sei der Hausarzt immer ein guter erster Ansprechpartner bei Beschwerden, die nicht auf einen Notfall hindeuten, meint Harre. Eine große Bandbreite von Krankheiten könnte direkt und ganzheitlich erkannt und behandelt werden. In anderen Fällen sei dann die Überweisung an einen spezialisierten Facharzt vorgesehen. Der Patient müsse dieses Vorgehen aber auch kennen und verinnerlicht haben, so Harre. Dazu soll der KVBB-Beschluss beitragen, indem er eine zeitnahe Terminvergabe des Facharztes bei vorliegender Überweisung von Haus- oder Facharzt vorsieht. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »

Psychotherapeuten versus Regierung

Die Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz. Sie fordern gleiche Rechte für ihre Patienten. mehr »