Ärzte Zeitung online, 11.09.2019

Westfalen-Lippe

Honorarplus gleicht nur Inflationsrate aus

KV und Kassen in Westfalen-Lippe einigen sich: Ärzte erhalten 67 Millionen Euro mehr Honorar.

DORTMUND. In Westfalen-Lippe ist die Honorarvereinbarung für 2019 in trockenen Tüchern. Die Vergütung wird um 67 Millionen Euro steigen, davon fließen 54,5 Millionen in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung und 12,5 Millionen Euro in die extrabudgetäre Vergütung. „Wir konnten in den Verhandlungen mit den Kassen für die unmittelbare Weiterentwicklung der Vergütung nicht mehr erreichen als die Umsetzung der Bundesvorgaben“, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) Dr. Gerhard Nordmann auf der Vertreterversammlung in Dortmund.

Das sei bedauerlich, aber es gebe keine andere KV, die mehr erreicht hätte, betonte er. Die 67 Millionen Euro entsprächen einem Honorarzuwachs in Höhe der Inflationsrate.

Der Vorstand sei aber nicht mit ganz leeren Händen aus den Honorarverhandlungen gekommen. Die KVWL erhält in 2019 zusätzliche fünf Millionen Euro, die nicht unmittelbar in die Vergütung fließen. „Wir bekommen Geld für notwendige Strukturmaßnahmen und können auf diesem Weg unsere Mitglieder entlasten.“

Nordmann ist wichtig, dass die Kassen der KVWL dabei ausdrücklich zugestanden hätten, mit dem Geld auch die Strukturen des Notfalldienstes zu fördern. „Wir können die Mittel unter anderem zum Ausbau der Portalpraxen oder auch zur weiteren Zusammenlegung von Leitstellen nutzen.“ Damit hätten die Krankenkassen erstmals eingeräumt, dass sie einen Teil der Strukturen im Notfalldienst mitfinanzieren müssen – was seit langem eine Forderung der KVWL ist. Dieser erste Schritt der Partner auf Kassenseite sei zwar noch ein wenig zaghaft. „Aber ich freue mich, dass unsere begründeten Argumente letztlich doch durchgedrungen sind“, sagte Nordmann.

Im Jahr 2019 seien die Verhandlungen in allen KVen lang und hart gewesen. „Die Phalanx der Krankenkassen steht.“ Darauf müssten sich die Ärzte auch für das Jahr 2020 einstellen, sagte er. „Die Verhandlungen und das vor wenigen Tagen erzielte Ergebnis auf Bundesebene deuten genau in diese Richtung.“ (iss)

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