Ärzte Zeitung, 07.08.2014

Bayern

Mehr Ärzte können Förderung erhalten

MÜNCHEN. Im Kampf gegen eine drohende medizinische Unterversorgung haben die KV Bayerns (KVB) und die Krankenkassen im Freistaat ihre Förderprogramme ausgeweitet.

Ab sofort gibt es für Ärzte in acht weiteren Regionen die Möglichkeit bis zu 60.000 Euro zu erhalten, wenn sie dort eine neue Praxis eröffnen und diese für mindestens fünf Jahre betreiben.

Auch die Gründung einer Zweigpraxis, die Anstellung eines Arztes in der eigenen Praxis oder die Fortführung der Praxis über das 63. Lebensjahr hinaus werden finanziell unterstützt. Gefördert werden außerdem die Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung sowie in unterversorgten Gebieten die Beschäftigung einer hausärztlichen Versorgungsassistentin.

Zu den bereits seit vergangenem Jahr als unterversorgt oder drohend unterversorgt ausgewiesenen Gebieten sind jetzt weitere Planungsbereiche hinzugekommen: Bei den Hausärzten betrifft dies die Planungsbereiche Schweinfurt Nord, Feuchtwangen, Ansbach Nord, Dinkelsbühl und Wassertrüdingen.

Im fachärztlichen Bereich können zukünftig Augenärzte im Landkreis Kronach, Urologen im Landkreis Bad Kissingen und Hautärzte im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim von einer finanziellen Förderung profitieren, teilte die KVB mit.

Schon jetzt bereite der Nachwuchsmangel und der hohe Altersdurchschnitt bei den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten - vor allem auf dem Land - zunehmend Sorgen, berichtete die KVB. So hätten im vergangenen Jahr beispielsweise 371 Hausärzte ihre Tätigkeit beendet, in 78 Fällen habe sich jedoch kein Nachfolger gefunden.

Auch bei Fachärzten und Psychotherapeuten gestalte sich die Nachbesetzung von Praxen auf dem Land immer schwieriger.Die Fördermittel werden aus einem eigens eingerichteten Strukturfonds bereitgestellt, für den die KVB und die bayerischen Krankenkassen zu gleichen Teilen die Finanzierung übernehmen. (sto)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[07.08.2014, 17:37:02]
Dr. Wolfgang Bensch 
Welche "Förderung" erhielt denn die Reform der veralteten GOÄ?
Vielleicht sollte man sich einmal fragen, wo gefördert und wo seit Jahren ausgebremst wird und letztlich solche Verhältnisse entstehen, die man nun als wenig attraktiv betrachtet.
Was kennzeichnet ein Planwirtschaft aus?
Wie flexibel reagiert eine Marktwirtschaft?
Angeblich haben wir doch mit Ludwig Erhard eine soziale Marktwirtschaft in der BRD nach 1945 eingerichtet. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »