Ärzte Zeitung online, 08.06.2018

Gut vernetzt

Wundprogramme wirken nachweisbar

Die AOK arbeitet auf dem Gebiet der Wundversorgung und -heilung mit starken Partnern zusammen. Vernetzte Programme mit Vorbildcharakter gibt es in ganz Deutschland.

Von Taina Ebert-Rall

Schneller heilende Wunden, geringere Amputationsraten und eine insgesamt bessere Versorgung von Diabetes-Patienten: Mit besonderen Programmen trägt die Gesundheitskasse dazu bei, die Lebensqualität von Patienten mit chronischen Wunden zu verbessern. Einige Beispiele:

Die AOK Nordost arbeitet für die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden mit verschiedenen Partnern zusammen. Das Wundnetzwerk Wunde in Wismar beispielsweise kümmert sich um die interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine bessere Wundversorgung. Vertragspartner der AOK Nordost ist die Managementgesellschaft (MMG) mamedicon, die mit ambulant und stationär tätigen Ärzten und Fachkräften regelmäßige Qualitätszirkel und Fallkonferenzen veranstaltet. In einem weiterem Programm, dem "Wundmodul", wird das Praxispersonal regelmäßig durch eine Fallmanagerin geschult.

Kompressionstherapie hilft

In Berlin betreibt die AOK Nordost im Centrum für Gesundheit (CfG) ein Wundzentrum. Dort werden Patienten mit der von dem Phlebologen und Allgemeinmediziner Ullrich Katz entwickelten Kompressionstherapie behandelt – mit großem Erfolg. In 80 Prozent der Fälle konnte die Wundheilung erheblich verbessert beziehungsweise die Wunde ganz geheilt werden.

Darüber hinaus hat die Kasse in Berlin die Zusammenarbeit mit besonders spezialisierten Diabetologen und Wundschwestern für die Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vertraglich geregelt. Das kommt derzeit rund 1500 Versicherten zugute. Regelmäßige Fortbildungen für den Diabetologen gehören ebenso zum Vertrag wie dessen gute Vernetzung mit Hausärzten, Gefäßchirurgen und nichtmedizinischen Leistungserbringern. Durch gezielte Aufklärung und Informationen werden Patienten in die Behandlung eingebunden. Mit dem Facharztvertrag "Modul Wunde" hat die AOK Nordost als eine weitere Maßnahme die temporäre Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden in deren eigener Häuslichkeit geregelt.

Auch in Sachsen-Anhalt werden AOK-Versicherte in Wundzentren von besonders qualifizierten Ärzten, Pflegefachkräften und Physiotherapeuten behandelt. Ein entsprechender Vertrag zur integrierten Versorgung besteht dort seit rund zehn Jahren. Seit 2009 wurden in den Zentren – das sind das Interdisziplinäre Wundzentrum am MVZ des Städtischen Klinikums Dessau, das Medizinische Versorgungszentrum Herderstraße in Magdeburg, das Klinikum Wernigerode und MVZ Proklin Medical Care Ballenstedt sowie das Elisabeth Vinzenz Verbund GmbH "Elisabeth Mobil" – schon mehr als 2100 Patienten behandelt. Das Versorgungsprojekt der AOK Sachsen-Anhalt sieht unter anderem vor, dass nach der Überweisung durch den Hausarzt in einem der Wundzentren ein individueller Behandlungsplan erstellt wird, in dem vor allem Grunderkrankungen berücksichtigt und alle an der Behandlung beteiligten Experten hinzugezogen werden.

Von 566 auf 84 Tage gesenkt

Die Patienten werden auch in der eigenen Häuslichkeit versorgt, Hausarzt und Pflegedienst tauschen sich fortlaufend mit dem jeweiligen Wundzentrum aus. Bei Bedarf wird die Behandlung im Zentrum überprüft und der individuelle Behandlungsplan angepasst. Durch die Zusammenarbeit konnte die Heilungszeit von Wunden von durchschnittlich 566 Tagen auf 84 Tage zu gesenkt werden.

Um die Behandlung von Wundpatienten in der eigenen Häuslichkeit geht es auch in Niedersachsen. Dort beraten die speziell ausgebildeten Pflegefachkräfte der AOK Niedersachsen Versicherte mit chronischen Wunden und koordinieren deren Behandlung. 96 examinierte Fachkräfte der AOK Niedersachsen sind als "Wundexperte ICW" zertifiziert.

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