Ärzte Zeitung online, 22.06.2018

Telekonsil

So funktioniert PädExpert

Einen Rechner und eine Internetverbindung – mehr benötigen hausärztlich tätige Pädiater nicht für den schnellen Draht zum Experten.

BERLIN. Schon seit 2017 können Pädiater in Bayern das telemedizinische Expertenkonsil PädExpert nutzen. Einer der ersten Partner für das Telekonsil war die AOK Bayerns (wir berichteten). Nun bietet auch die AOK Nordost ihren Versicherten und Kinderärzten in Brandenburg den schnellen Draht zum Experten.

Viel Technik müssen die Ärzte nicht vorhalten: Sie brauchen lediglich einen Computer mit Internetzugang und nicht zu altem Betriebssystem (unterstützte Betriebssysteme: Windows 7 oder höher; Mac OS 10.9 oder höher). Damit können sie das Telekonsil auch von zu Hause aus nutzen.

Auch die Funktionsweise ist bewusst einfach gehalten und orientiert sich am ärztlichen Alltag – das mag daran liegen, dass das Telekonsil von Kinderärzten entwickelt wurde: 2011 hatte der Augsburger Pädiater Martin Lang die Idee, haus- und fachärztliche Pädiater telemedizinisch miteinander zu vernetzen.

Im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern konnte er weitere Kollegen von der Idee überzeugen, so entstand ein Team aus Ärzten und IT-Experten, die ab 2013 dann tatsächlich PädExpert entwickelten. Anhand eines leitliniengerechten Anamnesebogens beschreibt der hausärztlich tätige Pädiater die vorliegenden Symptome und erstellt eine Fallakte. Diese wird dann an den Facharzt weitergeleitet – über eine sichere Verbindung. Der Spezialist wiederum antwortet innerhalb von 24 Stunden und kann neben einer Diagnose auch eine Therapiebegleitung festlegen.

Dabei wählt der anfragende Arzt anhand einer Liste aus, welchen Spezialisten er in diesem Fall hinzuziehen möchte. Die Aufnahme von Experten in das Portal erfolgt durch den BVKJ. Allerdings gibt es Zugangsvoraussetzungen: Das Telekonsil läuft derzeit noch über Selektivverträge, bei der AOK Nordost müssen die Patienten daher am Vorsorgeprogramm AOK Junior teilnehmen. Ratsuchende Pädiater müssen wiederum Mitglied im BVKJ sein. (eb/reh)

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