Ärzte Zeitung, 24.02.2009

Europaparlament würdigt Projekt zur HPV-Vorsorge

Gynäkologen im Gesundheitsverbund Wolfsburg und die Deutsche BKK bieten Test für Frauen ab 30 Jahre

WOLFSBURG/BERLIN (cben). Auszeichnung für das Wolfsburger Modell: Die Deutsche BKK hat von Politikern des Europaparlaments in Brüssel eine Auszeichnung für ihr bundesweit einmaliges Projekt zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge erhalten.

Im Rahmen des Projektes können sich Frauen ab 30 Jahren kostenlos auf Humane Papillomaviren (HPV), die Auslöser von Gebärmutterhalskrebs, testen lassen. Seit Februar 2006 läuft das Programm in Zusammenarbeit mit dem Klinikum der Stadt Wolfsburg und den rund 20 Gynäkologen im Gesundheitsverbund Wolfsburg e. V.. Seit dem Start haben über 17 000 Versicherte der Deutschen BKK aus Wolfsburg und dem Umland teilgenommen, hieß es.

Bei 95 Prozent der Teilnehmerinnen konnte das Zervixkarzinom oder eine Vorstufe mit Hilfe eines doppelt negativen Befundes mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Test und PAP-Abstrich erkennen zusammen Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen zu 100 Prozent, so die Deutsche BKK. Seit Start des Projektes seien bei Patientinnen 103 Krebsvorstufen und acht Krebserkrankungen entdeckt worden.

 Politiker des Europäischen Parlaments würdigten das Wolfsburger Modell mit dem Preis "Pearl of Wisdom" für Gebärmutterhalskrebs-Prävention, vor allem für die hochwertige medizinische Versorgung und die hohe Teilnehmerzahl. Lydia Krüger, von der Deutschen BKK: "Wir bedanken uns bei den Wolfsburger Ärztinnen und Ärzten, die ihre Patientinnen auf das Modell aufmerksam gemacht haben und so zur Verbesserung der Versorgung beigetragen haben. Und natürlich bei Professor Petry vom Klinikum Wolfsburg."

Martina Pietralla erklärte für die Wolfsburger Gynäkologen: "Die Wolfsburger Frauenärzte sind stolz darauf, dass unser Projekt über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung findet." Professor Karl Ulrich Petry, Chefarzt der Frauenklinik des Klinikums Wolfsburg "Wir wollen mit dem Wolfsburger Modell die medizinische Forschung weiter vorantreiben und diese Premium-Versorgung noch mehr Patientinnen ermöglichen."

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