Ärzte Zeitung, 21.05.2010

Ausgabenplus bei Medikamenten in Niedersachsen

HANNOVER (cben). Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal 2010 in Niedersachsen rund 639 Millionen Euro für Medikamente ausgegeben. "Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einer Steigerung von vier Prozent", erklärt Wolfgang Beyer, Pressesprecher des BKK Landesverbandes Mitte. Damit liegt das Land im Ausgaben-Plus noch unter dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent. Deutschlandweit zahlten die Krankenkassen in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 6,9 Milliarden Euro für Arzneimittel, erklärte Beyer.

Ein Verzicht auf den vollen Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel würde zumindest in diesem Jahr die Finanzen der Krankenversicherungen ausgleichen, so der BKK-Landesverband Mitte in einer Mitteilung.

"Ende April hatte der GKV-Schätzerkreis ein voraussichtliches Defizit des Gesundheitsfonds von 3,1 Milliarden Euro ermittelt", erläutert Beyer. Auf der anderen Seite zahlten die Krankenkassen im Jahr 2009 4,3 Milliarden Euro ausschließlich an Mehrwertsteuer für Medikamente. Allein in der Zeit von Januar bis März 2010 kostete der volle Steuersatz die Beitragszahler in Niedersachsen rund 102 Millionen Euro. Ein Wegfall könnte die Finanzen der Kassen deutlich entlasten, so der BKK-Pressesprecher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Trivalente Impfstoffe jetzt wegwerfen?

Nach der Empfehlung der STIKO zum Einsatz von tetravalenten Impfstoffen stellt sich die Frage: Was soll jetzt mit noch vorhandenen, trivalenten Impfstoffen geschehen? mehr »