Ärzte Zeitung, 18.01.2012

Früherer vdek-Chef mahnt zu mehr Regionalität

KIEL (di). Schleswig-Holsteins vdek-Leiter Dietmar Katzer hat zum Abschied aus dem Amt die Ersatzkassen an ihre regionale Verantwortung erinnert.

"Die Ersatzkassen müssen darauf achten, dass sie regional handlungsfähig bleiben", sagte Katzer mit Blick auf die bundesweiten Kassen.

Zusammen mit den Partnern aus der Selbstverwaltung galt Katzer stets als Verfechter der regionalen Interessen, der zugleich unbequem für Ärzteverbände und Politik war.

"Die Auseinandersetzung mit ihm tat manchmal fast weh", beschrieb Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg sein nicht einfaches Verhältnis zum Verbandschef.

Auch KV-Vorsitzende Dr. Ingeborg Kreuz und andere Selbstverwaltungspartner und Weggefährten bescheinigten dem politisch gut vernetzten Katzer ein unbequemes, aber faires Eintreten für die Interessen seiner Mitgliedskassen.

Von der Gewerkschaft zur Kasse

Schleswig-Holsteins frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis beschrieb ihn als "insistierend".

Der 59-jährige Katzer war vor zehn Jahren aus dem Gewerkschaftslager an die Spitze des Ersatzkassenverbandes gewechselt. Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in der Förderung der Prävention und in der Pflegequalität.

Die zu seinem Amtsantritt angekündigten Sondervereinbarungen mit Vertragspartnern gelangen nur selten. Eine davon war ein im vergangenen Jahr mit der KV vereinbarter Strukturfonds, mit dem die KV gezielt Landärzte unterstützen kann.

Die Kieler Landesvertretung wird nach Katzer, der in den Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes wechselt, von Armin Tank geleitet. Über die Nachfolge in Kiel ist laut vdek-Bundeschef Thomas Ballast noch nicht entschieden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »