Ärzte Zeitung App, 11.12.2014

Bayern

BKK prangert Fehlverteilung von Geld an

MÜNCHEN. Der BKK-Landesverband Bayern hat angesichts der Zusatzbeiträge, die Krankenkassen in diesen Tagen bekannt geben, einen verzerrten Wettbewerb beklagt.

BKK-Landeschefin Sigrid König wies in einem offenen Brief Aussagen von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zurück, der Zusatzbeitrag gebe auch einen Hinweis darauf, wie wirtschaftlich eine Kasse arbeite.

König betonte, in der Höhe des Zusatzbeitrags spiegelten sich vielmehr die "wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen des Morbi-RSA wider."

Sie verwies auf Zahlen, die Kassen kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht haben.

Diese zeigten "enorme Unterschiede bei den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds": So erhalte die AOK Sachsen-Anhalt je Versichertem knapp 4000 Euro, der Bundesdurchschnitt der Zuweisungen pro Kopf liegt bei rund 2770 Euro.

König kritisierte, die Morbidität werde im RSA "unangemessen überbewertet", die unterschiedlichen Versorgungskosten dabei "ausgeblendet".

Dagegen würden Verwaltungskosten und Ausgaben für Krankengeld den Kassen "systemfremd zugewiesen."

Es sei kein Zufall, dass in einer Hochpreisregion wie Bayern die AOK nur auf ein Vermögen von 148 Euro je Versicherten komme - bei der Schwesterkasse AOK Plus sind es 547 Euro.

König forderte Gröhe auf, das Zuweisungsmodell im Morbi-RSA "auf seine wettbewerbsverzerrende Wirkung hin zu untersuchen.

"Ein Gutachten zur strittigen Frage der Verteilung von Krankengeld sei zwar schon längst vom BMG angekündigt, aber bislang noch nicht einmal in Auftrag gegeben worden.

Die BKK-Chefin votierte "mittelfristig" für einen kasseninternen Finanzausgleich, der allein auf den "harten Versicherungsrisiken Alter und Geschlecht".

Zusätzlich plädierte König für die Wiedereinführung eines sogenannten Hochrisikopools für besonders teure Versicherte. Dieser Pool war 2009 mit der Einführung des Gesundheitsfonds abgeschafft worden. (fst)

Die "Ärzte Zeitung" veröffentlicht hier tagesaktuell die von Krankenkassen für 2015 bekannt gegebenen Zusatzbeiträge.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »