Ärzte Zeitung, 06.09.2016

Ausgabenentwicklung der Kassen

Dagobert Duck lässt grüßen

Ein Kommentar von Helmut Laschet

Die Fakten zur Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen stehen in deutlichem Kontrast zu der zu Beginn der Sommerpause geführten Debatte über weiter steigende Zusatzbeiträge und die Explosivwirkung von Innovationen und Gröhes Leistungsgesetzen.

Aus dem Defizit von knapp einer halben Milliarde Euro vor einem Jahr ist nun ein Überschuss von fast 600 Millionen Euro bei den Kassen geworden. Ein stabiler Arbeitsmarkt und außergewöhnlich hohe Rentenanpassungen schwemmen weiteres Geld in den Gesundheitsfonds.

Reserven von 20 Milliarden Euro

Das Gesamtsystem verfügt über Reserven von über 20 Milliarden Euro – das sind rund zehn Prozent des Jahresbudgets der Krankenkassen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es kleinkrämerisch, dass nicht einmal zeitlich definierte Gesetzesaufträge wie die Umsetzung des Medikationsplans termingerecht abgearbeitet werden.

Noch immer streiten sich GKV-Spitzenverband und KBV um die Höhe des Honorars für die Ärzte, sodass Ende September der Erweiterte Bewertungsausschuss eine Entscheidung treffen muss. Und die kommt nicht mehr fristgerecht, um die Leistung, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, zum 1. Oktober wirksam werden zu lassen. Dagobert Duck lässt grüßen.

helmut.laschet@springer.com

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (17433)
Organisationen
KBV (6976)
Personen
Helmut Laschet (1418)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »