Ärzte Zeitung online, 29.09.2016

PKV

Medizinischer Fortschritt treibt die Prämien

Die PKV-Prämien werden nächstes Jahr steigen. Versicherte haben meist wenig Alternativen.

KÖLN. Privat Krankenversicherte haben kaum eine Möglichkeit, sich gegen die Beitragssteigerungen zu wehren, die Anfang 2017 auf sie zukommen werden. Laut Medienberichten müssen etwa zwei Drittel der fast neun Millionen Vollversicherten mit einem Prämienanstieg von im Schnitt elf bis zwölf Prozent rechnen.

Marktführer Debeka und DKV bestätigten gegenüber der "Ärzte Zeitung", dass auf ihre Versicherten im kommenden Jahr Beitragsanpassungen zukommen werden, wollten aber keine genaue Höhe nennen.

Versicherten bleiben angesichts der Prämienerhöhungen nicht viele Optionen: Bei einem Wechsel zu einem anderem Anbieter geht ihnen ein Großteil der Alterungsrückstellungen verloren, ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist für viele nicht möglich.

"Die Versicherten können lediglich versuchen, innerhalb des Unternehmens in einen günstigeren Tarif zu wechseln" so Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Grund für die Beitragserhöhungen sind steigende Leistungsausgaben aufgrund des medizinischen Fortschritts und der Niedrigzins. Dass der Beitragssprung so heftig ausfällt, liegt auch an der Systematik, mit der Prämienanpassungen in der PKV erfolgen.

Anders als die GKV, die ihre Beiträge jährlich anpassen kann, dürfen PKV-Unternehmen das erst tun, wenn besondere Sprünge bei den Leistungsausgaben nachweisbar sind.

Viele Tarife dürfen erst dann angepasst werden, wenn die Kosten um zehn Prozent gestiegen sind. Dann müssen die Versicherer aber auch andere Faktoren wie das Niedrigzinsumfeld berücksichtigen. (frk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »