Ärzte Zeitung online, 25.07.2012

Skandal um Leberspenden weitet sich aus

War der Organspende-Skandal in Göttingen wirklich nur ein Einzelfall? Diese Hoffnung der Transplantationsmediziner wird getrübt. Immer neue Details kommen ans Licht.

BIELEFELD (eb). Der Skandal um manipulierte Transplantations-Wartelisten eines ehemaligen Arztes an der Uniklinik Göttingen, zieht offenbar größere Kreise, als zunächst bekannt.

So sollen zwei Russen in der Vergangenheit versucht haben, Mitarbeiter eines nordrhein-westfälischen Transplantationszentrums zu bestechen, um so Leberspenden zu erhalten.

Das sagte Dr. Theodor Windhorst, Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer, dem "Westfalen-Blatt".

Windhorst: "Es handelt sich um einen Mann und eine Frau. Beide haben Geld geboten, um bevorzugt behandelt zu werden.”

Nach Windhorst Worten habe die Klinik das Ansinnen aber zurückgewiesen und umgehend die Ärztekammer informiert.

Der Kontakt zwischen den Patienten und der Klinik soll nach Windhorst Angaben von jener nordrhein-westfälischen Vermittlungsagentur angebahnt worden sein, die bereits in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Göttingen eine Rolle spielt.

Windhorst: "Wir haben Anzeige erstattet." Weiteren Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »