Ärzte Zeitung online, 03.06.2014

Transplantation

Patientenschützer fordern mehr Transparenz

Mehr Transparenz bei der Organvergabe fordern erneut die Patientenschützer. Und sie warnen vor einem Bruch bei der Organvergabe an ausländische Patienten.

BERLIN. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat ihre Forderung nach mehr Transparenz bei der Organvergabe in der Transplantationsmedizin erneuert. Die zentrale Frage sei, ob es bei der Verteilung der Organe "gerecht zugehe", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in der Dienstagsausgabe der "Stuttgarter Nachrichten".

"Die Bevölkerung will sicher sein, dass die Regeln für die Organspende für alle Empfänger gleich sind." Dazu müsse auch klar geregelt werden, an welche Gerichte sich Schwerstkranke wenden können, wenn sie eine Arztentscheidung überprüfen lassen wollen. Derzeit würden sich Verwaltungs-, Sozial- und Landgerichte gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.

Brysch forderte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf zu klären, in welchem Umfang Ausländer in Deutschland Organe erhalten. Dem Bericht zufolge will Eurotransplant die bisherige Regel aufgeben, dass fünf Prozent der Spenderorgane an Patienten gehen können, die nicht im Eurotransplant-Gebiet wohnen.

Brysch kritisierte, künftig könne jedes Transplantationszentrum machen, was es wolle. "Und es geht um viel Geld. Denn diese ausländischen Patienten sind Privatzahler. Hier muss schnell eine staatliche Lösung her." (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »