Ärzte Zeitung, 27.09.2010

Kommentar

Nachwuchs-Quelle nicht austrocknen!

Von Rebecca Beerheide

Ein grauer Schleier liegt seit rund zehn Monaten über der Zukunft des Zivildienstes. Nebulöse Andeutungen wechseln sich ab mit Schweigen. Daher gewinnt man den Eindruck, dass weder Verteidigungsministerium noch Familienministerium die Folgen und die Zukunft des Zivildienstes im Blick haben.

So lesen sich auch aktuelle Gedankenspiele der Regierung: Der Zivildienst läuft künftig deutlich länger, aber freiwillig, eine Parallelstruktur zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) soll aufgebaut werden. Vor Konkurrenzstrukturen warnen da richtigerweise die Länder Bayern und Rheinland-Pfalz.

Doch über die entscheidende Frage wird bisher nicht diskutiert: Wie kann es gelingen, dass junge Menschen Lebenszeit ohne den bisherigen Zwang hergeben, um sich für andere Menschen einzusetzen?

Man darf nicht vergessen, was der Zivildienst gesellschaftspolitisch gebracht hat: Junge Männer machen prägende Erfahrungen in sozialen Berufen. Und manch einer wurde in seinem Wunsch bestätigt, ein Medizinstudium aufzunehmen. Diese Quelle an interessiertem Nachwuchs sollte durch nichts trocken gelegt werden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Länder sehen keinen Sinn in Parallelstrukturen beim Zivildienst

Topics
Schlagworte
Pflege (5219)
Personen
Rebecca Beerheide (313)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »