Ärzte Zeitung, 02.11.2011

Kommentar

Wer wird die Pflege machen?

Von Anno Fricke

Die geplante Pflegereform zerfällt in zwei Hauptblöcke: Der eine ist, die Demenzkranken als pflegebedürftig anzuerkennen und ihnen und ihren Angehörigen darüber den Zugang zu Pflegeleistungen und Pflegegeld zu öffnen.

Der zweite ist die Reform der Pflegeversicherung. Hier geht es darum, Sicherungen aufzubauen, damit auch für die Menschen der geburtenstarken Jahrgänge in einigen Jahren ausreichend finanzielle und materielle Pflegekapazitäten zur Verfügung stehen.

Beide Stränge der Pflegereform haben sich ausgerechnet im von der Koalition ausgerufenen "Jahr der Pflege" politisch festgefahren.

Der Stillstand hat einen positiven Aspekt. Die Atempause könnte die Politik nutzen, die Ausbildungssituation für die Pflegeberufe zu verbessern und das Ansehen des Berufes aufzuwerten.

Das wird nämlich die eigentliche Aufgabe einer "Pflegereform": Nicht nur die Ansprüche und die Finanzierung zu klären, sondern, dass Pflege in der Zukunft überhaupt von jemand gemacht wird.

Lesen Sie dazu auch:
BMG schmückt sich mit fremden Federn

Topics
Schlagworte
Pflege (5524)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »