Ärzte Zeitung, 16.11.2011

Kabinett nimmt Abschied von der Minutenpflege

Grünes Licht aus dem Bundeskabinett: Die Eckpunkte für die Pflegereform stehen. Vorbei die Zeiten einer starren Minutenpflege: Künftig soll es mehr Wahlfreiheiten geben - und höhere Pflegebeiträge.

Pflegebedürftige haben künftig die Wahl

Künftig sollen laut Bahr Pflegebedürftige zwischen Leistungspakten und Zeiteinheiten frei wählen können.

© photos.com PLUS Ganzheitliche Pflege

BERLIN (sun/af). "Pflegebedürftige können künftig zwischen Leistungspaketen und Zeiteinheiten frei wählen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) anlässlich der Vorstellung der Eckpunkte in Berlin.

Über Details dazu sei allerdings noch nicht entschieden worden.

Verbesserte Leistungen für Demenzkranke

Zudem soll der Beitrag zur Pflegeversicherung ab 2013 um 0,1 Prozentpunkte angehoben werden. Damit verspricht sich die Koalition Mehreinnahmen von 1,1 Milliarden Euro.

Diese sollen vor allem den verbesserten Leistungen für Demenzerkrankten zur Verfügung gestellt werden.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff folgt

Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff werde noch in dieser Legislaturperiode vom Pflegebeirat erarbeitet, kündigte Bahr an.

Doch so lange müssten die Demenzerkrankten nicht warten: Im Vorgriff auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erhalten sie kurzfristig bessere Leistungen", so Bahr. Die Reform werde im ersten Halbjahr 2012 in Kraft treten.

Bahr: "Singal, dass es der Koaltion ernst ist"

Bahr nannte die Eckpunkte ein "Signal, dass es der Koalition ernst" sei mit der Pflege. Die Opposition widersprach: Bahr sei ein "Ankündigungsminister".

Die Eckpunkten blieben "vage, obwohl die Koalition jetzt Wochen und Monate Zeit hatte", sagte SPD-Politikerin Carola Reimann.

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[16.11.2011, 16:58:37]
Heinz Dommaschk 
Wahlfreiheit für Pflegebedürftige
Wieder einmal purer Aktionismus.Herr Bahr sollte einmal von seinem Ministerschreibtisch in die Niederungen der Pflegeheime eintauchen. Diese armen bedauernswerten Menschen, inbesondere die Demenzerkrankten sind doch nicht mehr in der Lage zu wählen oder zu entscheiden welche Art der Pflege oder welches "Leistungspaket?" für sie das beste ist.Gleiches gilt für die ambulante häusliche Pflege. Dieser Herr Minister hat einfach nicht mehr den Kontakt zur Realität sonst würde er solche Konstrukte nicht einmal andenken. zum Beitrag »

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