Ärzte Zeitung, 19.01.2012

Pläne, Positionen, Perspektiven für die Pflege

Der Entwurf zur Pflegereform steht: Mehr Geld gibt es erst ab 2013. Kein Zweifel: Der Pflegekongress 2012 von Springer Medizin findet in einer Zeit statt, in der sich mit Blick auf die Pflege extrem viel bewegt. Für spannende Diskussionen ist gesorgt.

Pläne, Positionen, Perspektiven - ein Kongress im Zeichen der Pflege

BERLIN/HEIDELBERG (eb). Gesundheitswirtschaft in Deutschland: Was bringt die Zukunft? Professionelle Pflege von morgen - wie gelingt der Wandel? Und was wäre, wenn Pflegekräfte einen Tag streiken würden?

Spannende Themen, die beim Pflegekongress 2012 in Berlin behandelt werden, der von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe am 27. und 28. Januar veranstaltet wird.

Dabei soll auch die Personalplanung in den Fokus rücken. Den richtigen Personalbedarf und Personalmix finden - wie funktioniert das? Pflegeexperten fordern seit langem einheitliche Kriterien, nach denen in allen Krankenhäusern der Personalbedarf zu ermitteln ist.

"Übliche Instrumente, wie zum Beispiel die Pflege-Personalregelung (PPR), sind zu oberflächlich und nicht mehr aktuell", betont Wolfgang Plücker, Geschäftsführer der DKI GmbH in Wuppertal. Er ist Autor des Standardwerks Personalbedarfsermittlung im Krankenhaus.

"Ein neues Instrument müsste den ökonomischen Bedingungen angepasst und nach verschiedenen Fachbereichen differenziert werden", sagt er. Eine Personalbedarfsermittlung, die ausschließlich von Leistungsminuten ausgehe, verschärfe bei sinkender Verweildauer die personelle Situation.

Die Entwicklung eines neuen Instruments zur Personalbemessung ist allerdings teuer - ein entsprechender Forschungsantrag des Deutschen Pflegerats auf Fördergelder wurde vom Bundesgesundheitsministerium abgelehnt.

Mindesstandards nicht ausreichend

Als Alternative werden Mindeststandards diskutiert, wie es sie für die stationäre Altenpflege gibt. Im Heimgesetz wurde vor 21 Jahren festgelegt, dass die Einrichtungen mindestens 50 Prozent Fachkräfte beschäftigen müssen.

"Das reicht allerdings bei Weitem nicht mehr", bemängelt Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbands.

Erstmals verleiht der Bundesverband Pflegemanagement beim Kongress den Pflegemanagement-Award für Nachwuchs-Führungskräfte. Annette Widmann-Mauz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, und Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, werden den Kongress eröffnen. Erwartet werden etwa 1000 Teilnehmer aus Pflege und Pflegemanagement.

Das zum Beispiel sind weitere Themen beim Pflegekongress: Weiterbildung, spezielle Seminare, Fachhochschule, Universität, Bachelor oder Master - viele Wege führen zum Berufswunsch Lehrer für Pflegeberufe. Dieser Wirrwarr schürt die Sorge um die Qualität.

Pflege-Kammern: Kammer-Befürworter verweisen auf Umfragen, wonach 70 Prozent der Pflegekräfte für eigene Kammern sind. 14 Verbänden haben sich zusammengetan, um für diese Gremien zu trommeln.

Ein Kernargument: Ausgerechnet der größten Gruppe von Beschäftigten im Gesundheitswesen werden bisher Kammern verwehrt. Das macht es schwer, mit anderen Berufsgruppen auf Augenhöhe zu kooperieren.

Organisation und Anmeldung: Andrea Tauchert, Tel. +49 (0)30 82787-5510, andrea.tauchert@springer.com, www.heilberufe-kongresse.de

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