Pflege

Patientenschützer prangern Defizite an

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht "Gerechtigkeitslücken" bei der Pflege in deutschen Altersheimen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Defizite bei der Versorgung Pflegebedürftiger in Heimen beklagt. Unter anderem würden Sterbende in Pflegeheimen schlechter gestellt als in Hospizen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

In den 13 600 stationären Pflegeeinrichtungen sterben nach Bryschs Angaben jährlich schätzungsweise 340 000 Menschen. Davon benötigten 60 Prozent oder gut 200 000 Menschen palliative Sterbebegleitung. In den 230 stationären Hospizen sterben danach 25 000 Menschen. Dort aber würden von den Sozialkassen monatlich rund 8300 Euro pro Person aufgewendet, im Pflegeheim gebe es dafür nur bis zu 2005 Euro. "Das ist zutiefst ungerecht", sagte Brysch.

Er kritisierte zudem Ungerechtigkeiten in der medizinischen Behandlungspflege. Bei Patienten daheim trügen die Krankenkassen dafür die Kosten. Bewohner im Pflegeheim müssen Kosten für Medikamentengabe, Blutdruckmessung oder Wundversorgung selbst tragen. "Durchschnittlich sind das für jeden Pflegeheimbewohner 475 Euro monatlich. Die 800 000 Bewohner zahlen hier also über drei Milliarden Euro pro Jahr aus eigener Tasche. So macht Pflege arm."

Für fast die Hälfte der Deutschen sind nach Bryschs Worten Fragen zu Pflege und Leben im Alter wahlentscheidend. "Wir wollen wissen, wie die Parteien es vor der Bundestagswahl mit diesen Themen halten, was sie konkret für schwerstkranke, pflegebedürftige und sterbende Menschen erreichen wollen", sagte er und wies darauf hin, dass die Stiftung einen entsprechenden Fragenkatalog an die im Bundestag vertretenen Parteien geschickt habe. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metabolomics

Asthma: Künftig Bluttest zur Vorhersage von Exazerbationen?

Ein kleiner Stups

Mit Nudging-Interventionen die Grippe-Impfrate steigern

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten

Lesetipps
Arzt-Patient-Kontakt

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Für Flächen- und Handdesinfektion sollten nur Mittel eingesetzt werden, die beim Verbund für angewandte Hygiene e.V. (VAH) gelistet sind.

© www.freund-foto.de / stockadobe.com (mit KI generiert)

Team- und Patientenschutz

Hygieneplan für die Praxis – was zählt!

Frauen mit Hanteln beim Training

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können