Ärzte Zeitung online, 03.08.2012

Volkwagen

Bandarbeiter unter Beobachtung

"Fit im Werk" heißt ein Projekt bei VW in Wolfsburg, das die Gesundheit und -erhaltung der Mitarbeiter am Band in den Fokus stellt. Eingebunden sind Ergo- und Physiotherapeuten.

VW lässt Bandarbeiter beobachten

Arbeit am Band bei VW: Um die Gesundheit kümmern sich Ergo- und Physiotherapeuten.

© VW

WOLFSBURG (cben). Ergo- und Physiotherapeuten checken VW-Bandarbeiter. Noch bis in den September hinein werden insgesamt sechs Ergo- und Physiotherapeuten schichtbegleitend die Bewegungsabläufe der Volkswagen-Mitarbeiter am Arbeitsplatz individuell beobachten und analysieren.

Name des Projektes: "Fit im Werk". Kooperationspartner sind der VW-Personal-Dienstleister von "AutoVision" und die Audi-BKK.

Die Ergo- und Physiotherapeuten, unter anderem vom ambulanten Reha Centrum Wolfsburg, beobachten die Mitarbeiter an den Montagebändern und analysieren ihre alltäglichen Bewegungsabläufe bei der Arbeit.

Jeder Teilnehmer erhalte darauf aufbauend eine persönliche Beratung und Trainingsanleitung zur Verbesserung der Bewegungsabläufe. "Zugleich werden den Mitarbeitern Ausgleichsübungen vorgestellt, die" gezielt und kurzfristig selbstständig durchführbar" sind, hieß es.

"Somit werden die Körperhaltung als auch der Krafteinsatz am Arbeitsplatz nachhaltig optimiert."

Insgesamt 9000 Mitarbeiter der Montage zweier Fertigungshallen und einer Logistik-Halle von VW Wolfsburg werden an dem Gesundheitsprojekt teilnehmen, teilte Volkswagen mit.

"VW legt sehr viel Wert auf die Gesundheit und Gesundherhaltung seiner Mitarbeiter", sagt Philipp Drinkut, Sprecher der AUDI-BKK.

Mitarbeiter gesund halten - und leistungsfähig

Während "Fit im Werk" läuft, erhalten die verschiedenen Fertigungsbereiche aufgrund der gesammelten Erfahrungen Hinweise, wie die Verhaltensprävention zukünftig am Arbeitsplatz einfacher umsetzen lassen.

Nach abgeschlossener Auswertung könnte "Fit im Werk" auch auf andere Bereiche in der Produktion ausgeweitet werden," so Drinkut.

Das Projekt soll die Mitarbeiter gesund und damit leistungsfähig erhalten. "‚Fit im Werk‘ ist ein wichtiger Schritt in ein ganzheitliches Gesundheitsprogramm", erklärt Betriebsrat Stephan Wolf.

"Auch angesichts älter werdender Belegschaften legen wir großen Wert darauf, dass sich Volkswagen im Bereich der Gesundheitsprävention engagiert."

"Wir haben uns auch an das Reha Centrum Wolfsburg gewandt, weil wir schon in älteren Projekten erfolgreich mit dem Zentrum zusammengearbeitet und gute Erfahrungen gemacht haben", sagt Drinkut.

Das Therapeutische Zentrum bietet kardiologische, orthopädische und geriatrische Rehabilitation an. Nichts zu tun habe das Projekt indessen mit dem Gesundheits-Check-Up, den Volkswagen seit dem Frühjahr 2012 nach und nach weltweit allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anbieten will.

Die Arbeit der Therapeuten werde pauschal beglichen, sagt Drinkut. Den Betrag will er nicht nennen. Nur so viel: Die AUDI BKK und VW teilen sich die Kosten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »