Ärzte Zeitung, 20.03.2013

Kommentar zum Präventionsgesetz

Ein Euro ist zu wenig

Von Johanna Dielmann-von Berg

Arbeitslose, Jugendliche ohne Ausbildung, Migranten oder Kinder aus Hartz-IV-Familien: Diese sozial schwachen Gruppen will die Bundesregierung mit dem Präventionsgesetz erreichen. Denn kein Arbeitsplatz, keine Bildung, kein ausreichendes Einkommen verschlechtern auch die Gesundheit der Menschen.

Das Bestreben der Regierung, endlich ein Präventionsgesetz auf den Weg zu bringen, ist löblich. Die Umsetzung lässt, gemessen an den eigenen Zielen, noch zu wünschen übrig. Das darf nur der Anfang sein.

Mit der betrieblichen Gesundheitsförderung haben Union und FDP einen guten Ansatzpunkt gewählt. Hier sollen Krankenkassen, Unternehmen und die Beteiligten der Arbeitsschutzstrategie (Bund, Länder und Unfallversicherungsträger) kooperieren.

Eine nötige Voraussetzung, damit bald auch in kleinen Betrieben "gesunde Arbeitsplätze" Standard sind. Das ist für die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig.

Leider profitieren davon gerade nicht die Arbeitslosen. Dazu müssten etwa die Arbeitsagenturen eingebunden werden. Um wirksame "Präventionsnetze" auch in anderen sozialen Umfeldern wie sozialen Brennpunkten, Schulen und Kindertagesstätten zu bilden, müsste schon mehr als ein Euro pro Versicherten im Jahr investiert werden.

Lesen Sie dazu auch:
Experte kritisiert: Ärzte für Gesundheitsberatung ungeeignet

Topics
Schlagworte
Prävention (2908)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »