Ärzte Zeitung online, 26.04.2017

Bundeswehr

Rechnungshof rügt Angebote zur Prävention

BERLIN. Der Bundesrechnungshof hat Gesundheitskurse bei der von Personalmangel geplagten Bundeswehr kritisiert. Die Truppe nehme durch ihr Gesundheitsprogramm einen Arbeitszeitausfall in Höhe von mehreren tausend Stellen hin, bemängelte die Kontrollbehörde in einem aktuellen Bericht an den Bundestag. Das Ministerium wies die Kritik zurück. "Wir sparen nicht an der Gesundheit unserer Mitarbeiter", teilte eine Sprecherin mit. Das Angebot führe zu einer höheren Leistungsfähigkeit, einer Verringerung von Fehlzeiten und einer höheren Motivation.

Seit 2016 können dem Bericht zufolge alle Beschäftigten der Bundeswehr während der Arbeitszeit – zusätzlich zum Dienstsport – bis zu zwei Stunden wöchentlich an Gesundheitskursen teilnehmen. Das Ministerium hat laut Rechnungshof aber gar keinen Überblick, wie viel Arbeitszeit damit verloren gehe, welche Kosten damit verbunden seien und wie der Arbeitszeitausfall ausgeglichen werden könne. Nähme nur jeder fünfte Beschäftigte das Angebot in Anspruch, fielen für deren Aufgaben 3300 Vollzeitstellen weg. Das Ministerium sollte prüfen, ob es seine Ziele zur Gesundheitsförderung wirtschaftlich vorteilhafter erreichen kann.(dpa)

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