Ärzte Zeitung, 11.11.2016

Nordrhein-Westfalen

Heftiger Streit um psychiatrische Versorgung

BONN . Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) übt heftige Kritik an der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Das Land fordere zusätzliche Kapazitäten für die psychiatrische Versorgung, stelle dafür aber nicht die notwendigen Investitionsmittel bereit", sagte Stefan Thewes, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftliche Steuerung beim LVR, auf einer Fachtagung des Verbands in Bonn. "Es besteht dringender Handlungsbedarf."

Er sieht es als originäre Aufgabe des Landes, die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Die Kliniken und die Träger könnten das nicht leisten.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium sieht im Krankenhausplan für die psychiatrische Versorgung 2300 zusätzliche Betten und Behandlungsplätze vor. Davon entfallen auf den LVR 188 Betten und 262 Tagesklinik-Plätze, berichtete Thewes. "Für die neuen Kapazitäten entsteht ein Investitionsbedarf von 96 Millionen Euro."

Die jährlichen Abschreibungen bezifferte er mit zwei Millionen Euro. Dem stünden durch die Baupauschalen aber lediglich knapp 367 000 Euro gegenüber. "Ohne Zinsen haben wir eine jährliche Deckungslücke von 1,5 Millionen Euro", sagte er.

Der Landschaftsverband fordert eine deutliche Erhöhung der Fördermittel im NRW-Haushalt. "Wir brauchen ein zusätzliches Investitionsprogramm für die neuen Kapazitäten", betonte Thewes. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Wenn Frauen beim Sex Urin verlieren

Unwillkürlicher Urinabgang beim Geschlechtsverkehr tritt bei Frauen öfter auf, als viele glauben. Gesprochen wird darüber nur selten. Dabei könnte den Betroffenen geholfen werden. mehr »

Aufgeschlossen, aber schlecht informiert

Jugendliche und junge Erwachsene halten sich beim Thema Organspende für eher schlecht informiert. Trotzdem sind sie dafür wesentlich aufgeschlossener als Ältere. mehr »

Hirnschaden durch zu viel Selen

Fast blind und dement kommt eine Frau zum Arzt. Dieser findet das Problem: Sie hat lange viele Selenpillen geschluckt. Die Nahrungsergänzung schädigte ihr Hirn dauerhaft. mehr »