Ärzte Zeitung, 09.09.2009

Bessere Versorgung für sterbenskranke Kinder

Bayern legt flächendeckendes Konzept vor, das mit Kassen abgestimmt ist / Sechs Kinderpalliativteams im Einsatz

MÜNCHEN (sto). Als erstes Bundes-land will Bayern eine flächendeckende palliativmedizinische Versorgung für schwerkranke Kinder sicherstellen. Sechs Kinderpalliativteams sollen bayernweit die Versorgung gewährleisten.

In Bayern leiden nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 2700 Kinder an einer lebensverkürzenden Erkrankung. Etwa 600 Kinder ster-ben jährlich an solchen Krankheiten. Um die betroffenen Familien in die-ser Situation zu unterstützen, haben einige wenige Kinderkliniken in Bayern Möglichkeiten geschaffen, um die Betreuung schwerkranker und sterbender Kinder auch nach einer Entlassung aus der Klinik zu Hause sicherzustellen.

Vor diesem Hintergrund habe er ein Konzept entwickeln lassen, das die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen in Bayern weiter verbessern soll, erklärte Gesund-heitsminister Markus Söder vor der Presse in München. "Familien mit unheilbar kranken Kindern sollen überall fachkundige Hilfe und Unterstützung bekommen - zuhause und im Krankenhaus", sagte Söder.

Die geplanten Kinderpalliativteams sollen aus jeweils drei speziell geschulten Kinderärzten, drei Pflegekräften sowie psychosozialen Mitarbeitern bestehen, kündigte Söder an. Die Teams sollen mit den jeweiligen Ärzten, Kliniken, Pflegediensten und Hospizvereinen vor Ort eng zusammenarbeiten. Als weiteren wichtigen Baustein des bayerischen Konzepts nannte Söder die Kinderpalliativstation an der Universität München, die neben der häuslichen Betreuung auch eine stationäre Palliativversorgung sicherstellt, betonte Söder. Die Kinderpalliativstation werde eng an die Stiftungsprofessur für Palliativmedizin angebunden.

Das Konzept zur Palliativversorgung beruht auf einem Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Palliativmedizin in Bayern. Es ist mit den Krankenkassen abgestimmt.

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