Ärzte Zeitung, 20.04.2011

Ministerium offen für freiwillige "Alkolocks"

BERLIN (dpa). Das Bundesverkehrsministerium hat sich offen für den Einsatz von Wegfahrsperren nach Alkoholgenuss gezeigt. "Wir stehen dem freiwilligen Einsatz von Alkolocks aufgeschlossen gegenüber", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Mittwoch.

Dies gelte vor allem für den Einbau in Fahrzeugflotten. Ein Antrag der Koalitionsfraktionen liege aber noch nicht vor. Alkolocks sind Wegfahrsperren, die sich bei einer Fahne des Fahrers aktivieren. Alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen könnten, würden wohlwollend geprüft.

Eine generelle oder gar verpflichtende Ausrüstung aller Kraftfahrzeuge, aber auch die Ausrüstung von Fahrzeugen für bestimmte Personengruppen wie Berufskraftfahrer, sieht das Ministerium dagegen kritisch.

"Jeder Halter eines Kraftfahrzeugs müsste ein solches Gerät einbauen, auch wenn er gar kein Alkoholproblem hat." Man würde damit alle Autofahrer "unter Generalverdacht stellen", sagte die Sprecherin.

Dies werfe auch das Problem der Kostenbelastung auf. Das Thema Alkolocks werde derzeit in Gremien der Europäischen Union beraten. Ein europaweit einheitliches Vorgehen erscheine sinnvoll.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »