Ärzte Zeitung, 31.01.2014
 

Allgemeinmedizin

Huml will in Bayern flächendeckend Lehrstühle

Jede medizinische Fakultät sollte einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin haben, fordert Bayerns Gesundheitsministerin Huml. Wer das finanziert, sagt sie nicht.

Von Jürgen Stoschek

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Setzt ein Signal pro Hausarzt: Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

© Lukas Barth / dpa

ERLANGEN. An jeder medizinischen Fakultät sollte es nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin geben.

"Nicht der Facharzt, sondern der Hausarzt ist der erste und häufig auch einzige medizinische Ansprechpartner der Patienten vor Ort. Er ist für viele Navigator im Gesundheitswesen", sagte Huml am Mittwoch bei einem Festakt der Universität Erlangen-Nürnberg zur Einrichtung des ersten ordentlichen Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an einer bayerischen Universität. Inhaber ist der Allgemeinarzt Dr. Thomas Kühlein.

"Hausärzte braucht das Land. Ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin zeugt von der hohen Bedeutung, die diesem verantwortungsvollen Beruf, auch im Universitätsleben, gerecht wird", betonte die Ministerin.

Bundesweit gibt es derzeit sieben Lehrstühle für Allgemeinmedizin, in Bayern ist Erlangen der erste ordentliche Lehrstuhl. In München gibt es an der Technischen Hochschule seit 2009 einen Stiftungslehrstuhl für Allgemeinmedizin. "Wir brauchen aber mehr. Ziel muss sein: An jeder medizinischen Fakultät ein Lehrstuhl", sagte Huml.

In den Koalitionsverhandlungen habe sie sich mit Erfolg für Hausarztverträge nach altem Recht, also ohne Honorarobergrenze, starkgemacht. "Junge Menschen brauchen klare, wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Wenn wir mehr junge Landärzte wollen, dann müssen wir den jungen Medizinern auch eine klare Zukunftsperspektive bieten", erklärte Huml.

Wichtig sei nun, dass die Vereinbarung im Koalitionsvertrag zur Abschaffung der Honorarobergrenze bei den Hausarztverträgen schnell umgesetzt wird. Nur so sei die Fortführung der derzeitigen Verträge ohne Unterbrechung gewährleistet, so Huml.

Die Errichtung des Lehrstuhls sei den jahrelangen gemeinsamen Bemühungen mit dem Bayerischen Hausärzteverband und den Kollegen vor Ort zu verdanken, erinnerte der Dekan der Medizinischen Fakultät in Erlangen Professor Jürgen Schüttler.

Durch die gelungene Verknüpfung von ambulanter hausärztlicher Versorgung in einem MVZ mit der universitären Lehre würden den Studierenden Einblicke in die gesamte Breite der Versorgungsmedizin vermittelt.

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Dieter Geis, bezeichnete den Lehrstuhl als längst fällige Aufwertung der Allgemeinmedizin. Nur wenn es gelinge, angehende Mediziner schon im Studium für die Allgemeinmedizin zu begeistern, gebe es eine Chance, die hausarztzentrierte Versorgung flächendeckend zu sichern.

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