Ärzte Zeitung, 10.07.2015

E-Arztbrief

Experten sehen Defizite

Bedarf es der Nacharbeit am E-Health-Gesetz, um den elektronischen Arztbrief rechtssicher zu machen - und damit einem handsignierten Dokument gleichzustellen?

KÖLN. Elektronische Arztbriefe sind nur dann rechtssicher, wenn sie die elektronische Signatur des Arztes tragen. Darauf macht der "Ärztliche Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen" aufmerksam.

"Erst durch die Signatur sind die Empfänger elektronischer Arztbriefe den Empfängern handschriftlich unterschriebener Arztbriefe rechtlich gleichgestellt", heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums zum aktuellen Stand der E-Health-Gesetzgebung.

Die Vorsitzenden des Beirats Dr. Christiane Groß und Dr. Hans-Jürgen Bickmann bezeichnen die Signatur per Arztausweis als unverzichtbar.

Nur sie garantiere dem Empfänger, dass es sich bei dem Absender tatsächlich um einen Arzt handelt. Dem müsse das E-Health-Gesetz Rechnung tragen, fordern sie. Ansonsten seien elektronische Arztbriefe weniger vertrauenswürdig als handschriftlich unterschriebene Papierdokumente.

Grundsätzlich begrüßt der Beirat, dass der Gesetzgeber bei der Telematikinfrastruktur medizinische Anwendungen in den Vordergrund rücken und fördern will.

Die Förderung müsse allerdings voraussetzen, dass die beteiligten Heilberufler über die notwendigen Signaturanwendungskomponenten in ihren Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssystemen verfügen. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Krankenhauspatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten Medizinern aber Kopfzerbrechen. mehr »

Cannabis – das heiße Eisen in der Praxis

Cannabis auf Kassenkosten, da herrscht auch nach einem Jahr noch keine Routine in deutschen Arztpraxen: Verunsicherte Politiker, gespaltene Ärzteschaft und klagende Patienten. Ein Überblick über den Status Quo. mehr »