Ärzte Zeitung, 10.05.2011

Deutscher Innovationspreis im Gesundheitswesen geht nach Ebersberg

Ein Interventionsprojekt von Hausärzten, Fachärzten und Kliniken wird für die Umsetzung exzellenter Ideen prämiert.

MÜNCHEN (ava). Gewinner im Wettbewerb um den "Deutschen Innovationspreis im Gesundheitswesen" ist das Interventionsprojekt zerebrovaskuläre Erkrankungen und Demenzen im Landkreis Ebersberg (INVADE).

Ziel des Projektes ist die Vorbeugung von Schlaganfällen und damit die Verminderung von Pflegebedürftigkeit bei älteren Patienten. Partner des Projektes sind über 60 Hausarztpraxen, niedergelassene Neurologen und Internisten, die Kreisklinik Ebersberg, die Kliniken der TU München und die AOK Bayern.

Ausgelobt wurde der Preis von der Bayern LB. Bewerben konnten sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Strukturinnovation, Telemedizin und Prävention. Die Jury vergab insgesamt vier Auszeichnungen mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 25.000 Euro.

Der zweite Preis geht an das Klinikum Augsburg für ihre Strukturinnovation "VITA", eine Versorgungseinheit für integrierte Traumatologie im Alter.

In einer unfallchirurgischen Akutstation werden ältere Patienten, die beispielsweise einen Knochenbruch erlitten haben, in ein umfassendes geriatrisches Gesundheitsmanagement integriert. Geriatrische und chirurgische Sicht ergeben eine interdisziplinäre Behandlung, besonderen Stellenwert hat die Komplikationsvorbeugung.

Mit dem dritten Preis wird das Projekt WHIN des Weidener Herzinfarktnetz unter Leitung von Professor Robert Schwinger ausgezeichnet. Das Projekt ermöglicht unter Einsatz modernster technischer Mittel eine deutliche Verbesserung der Herzinfarktnotversorgung in der Region Nordoberpfalz.

Durch die Nutzung einer telemedizinischen Anbindung des Notarztes mit dem kardiologischen Interventionszentrum sowie durch Weiterleitung des EKG auf das Smartphone des diensthabenden Kardiologischen Oberarztes wird eine schnellere leitliniengerechte Versorgung von Herzinfarktpatienten erreicht.

Der Sonderpreis geht an das Projekt "discovering hands®", eine Präventionsmaßnahme zur Früherkennung von Brustkrebs. Blinde Frauen werden nach der von "discovering hands" entwickelten Methode zu spezialisierten, medizinischen Brusttastuntersucherinnen ausgebildet.

In der Ausbildung lernen sie, Veränderungen und Abweichungen im Brustgewebe zu ertasten und genau zu lokalisieren. Ideengeber und Projektleiter ist Dr. med. Frank Hoffmann, niedergelassener Gynäkologe in Duisburg.

Die BayernLB und ihre Tochter DKB sind nach eigenen Angaben seit Jahren in der Healthcare-Branche engagiert. Die Finanzierung von Investitionen von Kliniken und Pflegeheimen gehört ebenso zum Leistungsangebot wie die Begleitung großer Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Pharma- und Medizintechnikbranche.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »