Ärzte Zeitung, 24.02.2015

Kommentar zu Digital Natives

Telemedizin-Rebellen

Von Matthias Wallenfels

Es gärt im Fass. Wird die Telemedizin in Deutschland bis dato noch recht stiefmütterlich behandelt, so wird in naher Zukunft eine Generation junger Ärzte in die Praxen kommen, die als sogenannte Digital Natives das Internet in die Wiege gelegt bekommen haben.

Diese Nachwuchsärzte verstehen sich per se als aufgeschlossen für telemedizinische Anwendungen im Versorgungsalltag.

Wie zwei prominente Vertreter der Medizinstudenten nun in einem mehrseitigen Essay zum Blick der neuen Ärztegeneration auf die Telemedizin und das Arztsein im Internetzeitalter darlegen, sind sie sich aber auch der Kehrseite der Medaille bewusst.

Warum sollen sie zum Beispiel außerhalb der Radiologie Kassen-Telemedizin zum Nulltarif erbringen? Zurecht fordern sie - ohne explizit den EBM zu nennen -, deren Abrechenbarkeit auszubauen.

Vermutlich werden diese Nachwuchsärzte - sollten sie sich berufspolitisch engagieren - alle Register der Sozialen Medien und damit der Öffentlichkeit nutzen, um entsprechenden Vergütungsforderungen Nachdruck zu verleihen.

Sicher ist, dass sich die neue Generation trotz aller Technikbegeisterung nicht wird an der Nase herumführen lassen. Notfalls wird es heißen: Finger weg von der Telemedizin!

Lesen Sie dazu auch:
E-Health: Nachwuchsmediziner sezieren Gesetzentwurf

[25.02.2015, 23:34:12]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Man scheint ja ganz besoffen zu sein von der "Telemedizin", was ist denn so gut daran?
Muss sich dann der Patient zu hause ein Ultraschallgerät kaufen ?
und der Doktor sitzt am Monitor und erklärt ihm, wie man mit dem Schallkopf hin- und herfahren muss,
..... könnte vielleicht etwas (viel) länger dauern, als wenn es der Dr. selber machen würde,
und natürlich müssten dann die Patienten in der Praxis entsprechend mehr Geduld aufbringen,
na ja, für den Fortschritt muss man schon kleine Opfer bringen,
aber könnte durchaus ein Riesen-Geschäft werden, man muss die Dr.s nur zwingen, da mit zu machen,
denn die kriegen dafür natürlich weniger, weil die Hauptarbeit hat ja nun mal der Patient.
Noch schicker wäre natürlich so eine Tele-Appendektomie, die könnte noch mehr Geld sparen. zum Beitrag »

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