Ärzte Zeitung online, 21.07.2017

E-Pflege

Leitplanken für den digitalisierten Versorgungsalltag

Wie kann die Pflegebranche systematisch vom verstärkten Einsatz digitaler Technologien im Versorgungsalltag profitieren? Eine Studie soll den Königsweg ebnen.

Von Matthias Wallenfels

Leitplanken für den digitalisierten Versorgungsalltag

Die systematische digitale Dokumentation kann den Pflegealltag für die Beschäftigten wesentlich erleichtern.

© Rasulov Sergey/stock.adobe.com

BERLIN. Digitale Anwendungen in der Pflege sollen die Qualität der Versorgung verbessern, Bürokratie abbauen und die Effizienz im Gesundheitswesen steigern. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel bei Pflegekräften verstärken die Diskussion um den Einsatz dieser digitalen Lösungen in der Pflege (E-Pflege). Doch: Wie kann die E-Pflege effizient und effektiv Einzug halten in den Pflegalltag?

68% der für die Studie befragten Pflegeanbieter setzen sich bereits mit dem Thema Informations- und Kommunikationstechnologien im Pflegebereich auseinander.

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hat ein Konsortium bestehend aus der Unternehmensberatung Roland Berger, der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung, eine entsprechende Studie zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Pflegebereich, erstellt, die den Weg für die E-Pflege glätten soll.

Vier Modellprojekt

Insgesamt vier Pilotprojekte schlagen die Pflegeexperten vor, um die Barrieren für die E-Pflege zu überwinden:

» Schaffung einer "Initiative ePflege" zur Etablierung eines Dialogs und zur Stärkung der Vernetzung wichtiger Akteure im Thema IKT in der Pflege. Die Initiative soll "einen politischen und strategischen Dialog etablieren, Empfehlungen entwickeln und weitere Modellvorhaben initiieren", wie es in der Studie heißt.

» Aufbau einer "Geschäftsstelle ePflege" zur Unterstützung der Dissemination von Anwendungslösungen von IKT-Anwendungen in der Pflege. Die Geschäftsstelle soll das Informations- und Transparenzdefizit auf dem IKT-Pflegemarkt adressieren und mit "Austausch- und Informationsformaten Stakeholder" zusammenbringen.

Hierbei liege ein Fokus auf der Information von und Kommunikation mit aktuellen und potenziellen Leistungsempfängern sowie der relevanten Dienstleistungsbranche.

Aufbauend darauf werde das Leuchtturmvorhaben "Dissemination von IKT-Anwendungen im Kontext von Alter und Pflege" (DIKT-Pflege) vorgeschlagen.

» Umsetzung einer "Bildungsoffensive Digitalisierung in der Pflege". Die Offensive werde vom BMG im Benehmen mit dem Bundesfamilienministerium angeführt. Bestandteile sollen auch geförderte Leuchtturmvorhaben sein, wie die "Digit-QP – Digitalisierungsorientierte Qualifizierung in der Pflege".

Ziel sei ein modularisiertes Qualifizierungsmodell für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Pflege sowie für die akademische Pflegebildung.

» Integration der Pflege in die Telematikinfrastruktur (TI). Mit der gematik sollen konkrete Schritte unternommen werden, die die sukzessive Integration der Pflege in die TI vorbereiten und verbindlich umsetzen.

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