Ärzte Zeitung online, 10.08.2018

Anlagen-Kolumne

Bewertung und Momentum sind das A&O für Anleger

Von Jens Ehrhardt

Aktien sind derzeit relativ betrachtet interessanter als Anleihen. Solch eine relative Betrachtung kann es Anlegern deutlich leichter machen, Entscheidungen zum Depot zu treffen. Bei der relativen Betrachtung steht nicht die Frage im Raum, ob die Börse günstig oder teuer ist. Oder ob man heute noch kaufen soll. Vielmehr wird gefragt, was derzeit das attraktivere Chance-Risiko-Verhältnis hat und somit "kaufbar" ist.

Anleger sollten bei der relativen Analyse mindestens zwei Dimensionen betrachten: zum einen die Bewertung und zum anderen das Momentum. Bei der Bewertung werden Aktienkurse zum Beispiel in Relation zum Umsatz, Gewinn und der Substanz des Unternehmens betrachtet. Selbst in einem im Durchschnitt teuren Markt gibt es immer auch halbwegs günstig bewertete Aktien.

Wichtig ist hierbei zu wissen, ob eine Aktie auch in der Vergangenheit stets günstiger war als der Gesamtmarkt, denn es gibt branchenbedingt strukturelle Unterschiede. Man muss also auch schauen, wie sich diese Relationen über die Zeit entwickelt haben. Das lässt sich grafisch am besten lösen.

Um nicht in eine Bewertungsfalle zu tappen braucht man eine weitere Analysekomponente: das Momentum. Denn oft werden günstige Aktien noch viel günstiger, bevor sie irgendwann drehen. Wer zu früh kauft, der greift unter Umständen in ein "fallendes Messer". Das Momentum misst die relative Kursentwicklung einer Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Steigt eine Aktie über mehrere Wochen/Monate stärker als der Markt so ist davon auszugehen, dass die Intelligenz der Masse Hinweise gibt, dass sich Dinge im Unternehmen zum Besseren entwickeln. Fällt diese relativ bessere Kursentwicklung mit einer relativ günstigen Bewertung zusammen, ist das ein guter Ausgangspunkt für eine erfolgreiche fundamentale Analyse und ein chancenreiches Investment.

Der unabhängige Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt erreicht mit seinen Fonds immer wieder Spitzenplätze unter den Vermögensverwaltern.

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