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Anlagen-Kolumne

Die Musik wird vor allem in Afrika und Asien spielen

Schwellenländer in Asien und Afrika sind perspektivisch gesehen die beste Option für das Anlegerdepot. Wenn die Staaten erst erwachen, geht es an den Märkten los.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Emotionen und Stimmungen sollten uns nicht den Blick für die Trends der Weltwirtschaft verstellen. Anleger sollten beachten, dass eine überalternde und übersättigte Bevölkerung, die hohe Steuerbelastung, eine hohe Verschuldung sowie Regulationsdichte eher für ein gemäßigtes Potenzial bei den etablierten Märkten sorgen.

Nur ein neuer Wachstumsschub in den Industrieländern könnte in den etablierten Börsen eine neue Mega-Hausse starten. Ohne einen Innovationseffekt ist nur in ausgewählten Branchen sowie Schwellenländern großes Kurspotenzial zu erwarten.

In den nächsten zehn Jahren könnte neben der Vielzahl an neuen Konsumenten das Internet einen neuen Wachstumsschub auslösen. Erst jetzt wird das Web richtig genutzt und bringt echten wirtschaftlichen Nutzen. Die Globalisierung gewinnt mit dem Internet zudem eine ganz andere Dimension. Schwellenländer können am weltweiten Wissenstransfer per Internet und Mausklick teilnehmen und dieses Wissen vor Ort umsetzen.

Zudem wächst die Bevölkerung gerade in Asien und Afrika, eine positive Altersstruktur kombiniert mit Bildung wird dort zu einem nachhaltig höheren Volkseinkommen führen. Dies wird eine neue Dimension von Wachstum in den Schwellenländern ermöglichen.

Wir haben auch nach wie vor eine hohe Sparquote in Asien. Ändert sich dies, dann benötigen die Asiaten die weltwirtschaftlichen Impulse nicht. Eine auf die Binnennachfrage verlagerte Wirtschaftsentwicklung wird zum Beispiel in Asien zu einem wesentlichen Wachstumsimpuls noch über Jahre hinweg führen.

Alles zusammen könnte einen neuen Superzyklus für Produktivkapital auslösen, den wir nur alle 30 Jahre erleben. Zudem tauchen mehr als zwei Milliarden Menschen zusätzlich in die Konsumgesellschaft ein.

Das sind wesentliche Gründe dafür, dass das globale Wirtschaftswachstum sich bereits in zwei Jahren wieder auf 3,5 Prozent stabilisieren und danach weiter expandieren dürfte. Wer glaubt, die Karte Schwellenländer über multinationale Konzerne spielen zu können, irrt. Nestlé zum Beispiel hat das Asiengeschäft zwar forciert, dieses trägt aber lediglich mit 4,5 Prozent zum Konzernumsatz bei. Anleger sollten deshalb idealerweise Investmentfonds wählen, die breit gestreut direkt in Unternehmen dieser Länder investieren.

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