Debatte über Eigenbeteiligungen

Grünen-Politiker Armin Grau: „Die, die Zuzahlungen fordern, sind bei Reformen oft die Bremser“

Die Vorstöße der Chefs von KBV und DKG, Dr. Andreas Gassen und Dr. Gerald Gaß stoßen auf Widerspruch. Der Grünen-Politiker Professor Armin Grau fordert die Regierung auf, die geplanten Reformen endlich anzugehen.

Veröffentlicht:
Nennt Zuzahlungen im Gesundheitswesen „unsozial“: Professor Armin Grau, Arzt und Gesundheitspolitiker in der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Bundestag.

Nennt Zuzahlungen im Gesundheitswesen „unsozial“: Professor Armin Grau, Arzt und Gesundheitspolitiker in der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Bundestag.

© Stefan Kaminski

Berlin. Kontaktgebühren beim Arztbesuch? Höhere Zuzahlungen im Krankenhaus? Die Vorschläge von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Krankenhausgesellschaft Dr. Gerald Gaß ernten Widerspruch.

„Solche Zuzahlungen sind immer unsozial und belasten Menschen mit kleinem Geldbeutel übermäßig, selbst dann, wenn Menschen mit kleinen Einkommen davon befreit würden“, kommentierte Professor Armin Grau, Arzt, Gesundheitspolitiker der Bundestagsfraktion der Grünen und deren Sprecher für Arbeit und Soziales die Vorstöße aus der Selbstverwaltung am Dienstag. „Diejenigen, die heute Zuzahlungen fordern, sind oft auch die, die wichtige Reformen ausbremsen“, sagte Grau.

Lesen sie auch

Gassen hatte zuvor eine „Kontaktgebühr“ beim Arztbesuch von drei oder vier Euro ins Gespräch gebracht, um die Beanspruchung der Arztpraxen zu mindern. DKG-Chef Gaß hatte vorgeschlagen, die Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten von zehn auf 20 Euro zu verdoppeln.

Grau forderte die Regierung auf, endlich umfassende Reformen anzugehen. Sie solle die Notfallreform umsetzen, ein Primärversorgungssystem mit Hausärztinnen und Hausärzten als Lotsen einführen und die Krankenhausreform nicht immer weiter verwässern. Zudem solle sie die Arzneimittelreform aufs Gleis setzen.

Grau beklagte, dass die Versicherten schon heute immer höhere Beiträge bezahlen müssten und dafür oft nur „mittelmäßige Leistungen“ erhielten. (af)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe