Ärzte Zeitung, 19.05.2012
 

Anlagen-Kolumne

Das Comeback des Dollars

US-Dollar ins Depot? Das Vertrauen in die US-Währung ist zurückgekehrt. Anleger, die noch keine Dollarpositionen haben, können diese nun vorsichtig aufbauen.

Von Gottfried Urban

Aus Angst vor dem Euro-Crash: das Comeback des Dollars

Seit dem Wahldebakel in Griechenland wird in Euroland wieder eifrig über die Zukunft der Währung debattiert. Die Anleger machen sich derweil wieder auf die Suche nach einer Ersatzwährung.

Die Goldhändler scheinen davon aber diesmal nicht zu profitieren. Seit dem Hoch von fast 2000 Dollar pro Unze Gold ist der Preis auf Sinkflug. Das Kursbild hat sich deutlich eingetrübt, der mittelfristige Trend ist gebrochen.

Offenbar bunkern die Investoren schon genug Gold in ihren Tresoren. Davon profitiert der Dollar. Die US-Währung ist der Gewinner der EU-Krise. Das Vertrauen der Anleger in den Dollar ist zurückgekehrt.

An den Zinsen kann das nicht liegen, denn die sind nach wie vor mickrig. Es ist eher der Glaube an die wirtschaftliche, politische und letztlich auch militärische Stärke der USA.

Während der alte Kontinent in Kleinstaaterei zu versinken droht, stehen die USA für Stabilität. Die Euroschwäche könnte daher länger anhalten.

Vorsichtig mit anderen Alternativen als dem USD

Ein Abrutschen der europäischen Währung auf einen Kurs unter 1,20 Dollar ist längst Realität. Statistische Kursmuster lassen frühestens für 2013 oder 2014 eine Trendwende erwarten.

Es gibt aber auch fundamentale Gründe dafür, die USA nicht abzuschreiben. Zwar ist die Verschuldungsquote auf Rekordniveau. Spätestens nach den Wahlen wird die US-Regierung aber versuchen, den Bundeshaushalt zu konsolidieren.

Wer Dollar hat, sollte deshalb in der Währung bleiben. Wer noch keine Dollarpositionen hat, kann diese behutsam aufbauen. Bei anderen Alternativen zum Euro sollte man vorsichtig sein.

Viele Fluchtwährungen sind durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten bereits überbewertet. Einzige Ausnahme: der Renminbi. China hat kein Schuldenproblem und hält die eigene Währung künstlich billig.

Für Privatanleger gibt es mittlerweile Investmentfonds, die in den Renminbi investieren. Auch wenn es dafür so gut wie keine Zinsen gibt, ist das eine interessante Anlagealternative und kann dem Depot beigemischt werden.

Zu beachten sind dabei die Details der Fondsausstattung. Generell macht eine Internationalisierung des Depots in der aktuellen Lage Sinn. Außerhalb Europas gibt es viele interessante Möglichkeiten.

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