Ärzte Zeitung online, 13.09.2017

Frage und Antwort

Vorsorge-Policen nicht übereilt kündigen

Policen kündigen, um flüssig zu bleiben? Viele Gründe sprechen dafür, Alternativen zu suchen.

Frage: Ich habe wegen einer schweren Erkrankung momentan höhere Lebenshaltungskosten. Daher fällt es mir schwer, alle Versicherungsbeiträge zu bezahlen. Kann ich bei meiner Lebensversicherung vorübergehend weniger zahlen?

Antwort: Bei Ihrer Lebensversicherung können Sie im Falle eines finanziellen Engpasses die Versicherungsbeiträge eine Zeit lang aussetzen oder die Prämie auf den Mindestbeitrag reduzieren. Auch Ratenzahlungen sind in der Regel möglich.

Alternativ können Sie ein Policendarlehen aufnehmen. Viele Anbieter gewähren Kredite aus dem gesparten Versicherungsguthaben. Die Rückzahlung ist flexibel gestaltet, es fallen jedoch Zinsen an. Private Lebens- und Rentenversicherungen lassen sich beleihen, nicht aber staatlich geförderte Policen wie Riester oder Rürup-Renten.

Keinesfalls sollten Sie Vorsorgeverträge vorschnell kündigen. Ältere Verträge enthalten oft eine garantierte Verzinsung bis vier Prozent – heutige Angebote bieten deutlich weniger Garantieleistung. Eine Kündigung hätte einen weiteren Nachteil: Wer später wieder einen Vertrag abschließt, muss die Risikoprüfung erneut durchlaufen.

Möchten Sie eine laufende Lebensversicherung unbedingt zu Geld machen, können Sie den Vertrag verkaufen. Spezielle Policen-Aufkäufer zahlen oft mehr als den Rückkaufswert. Allerdings gibt es unter den Aufkäufern schwarze Schafe. Überprüfen Sie auch, ob Sie unnötige Versicherungen haben. Existenzbedrohende Risiken sollten Sie aber in jedem Fall absichern. (age)

Haben Sie Fragen zu Versicherungen? Wir greifen Ihre Frage auf. Melden Sie sich bei uns!: wi@springer.com

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