Ärzte Zeitung, 22.09.2016
 

Informationen aus dem Internet

Rat von Dr. Google

Beinahe jeder zweite Deutsche durchforstet das Internet nach Informationen über Krankheiten und ihre Symptome. Nicht alle Webseiten spielen dabei eine Rolle.

Rat von Dr. Google

Google ist bei der Suche nach Informationen über Krankheiten oft die erste Anlaufstelle.

© gmutlu / iStock.com

BERLIN. Etwa jeder zweite Deutsche hat bereits einmal im Internet nach Informationen zu Krankheiten gesucht. Das gilt sowohl bei leichten Beschwerden als auch bei schweren Krankheiten. Fast alle User starten ihre Recherche mit den einschlägigen Suchmaschinen, wie beispielsweise Google. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Meinungsumfrage des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH) im zweiten Quartal 2016.

Ungefähr die Hälfte lernt demnach über Gesundheitsblogs und Gesundheitsforen die Sichtweise anderer Betroffener kennen. Genauso viele suchten auf speziellen, nicht-fachgesellschaftlichen Gesundheitsseiten.

Interessant dabei ist, dass soziale Netzwerke bei der Krankheitsrecherche fast keine Rolle spielen: Facebook & Co nutzten weniger als zehn Prozent der Informationssuchenden.

Was wird gesucht? Sowohl bei leichten als auch bei schweren Erkrankungen suchen fast alle nach Informationen zum Krankheitsbild (91 Prozent). Die Recherche nach Behandlungsmöglichkeiten spielt bei schweren Erkrankungen (87 Prozent) eine etwas größere Rolle als bei leichten Erkrankungen (81 Prozent).

Bei der Frage nach dem Zweck der Informationssuche zeigt sich eine Tendenz zum kritisch-aufgeklärten Patienten: Mehr als drei Viertel der Befragten gabenb an, dass ihnen die Informationen helfen, bei Ärzten und Apothekern gezielter nachzufragen. Und ungefähr zwei Drittel der Befragten nutzen die Informationen, um über Alternativen zu einem Arzneimittel nachzudenken. Allerdings ist auch jeder Dritte durch die Vielzahl der online angebotenen Informationen verwirrt.

Die Daten stützen Ergebnisse anderer Umfragen aus jüngster Zeit, wie zum Beispiel der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK unter Vertragsärzten. Die Aussage, informierte Patienten verunsicherten Vertragsärzte in der Praxis, hatte die Radioonkologen auf den Plan gerufen, die diese Tendenz positiv sehen. (maw)

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