Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Online-Klinikführer gibt Infos zu Häusern im Rheinland

Niedergelassene können wichtige Auskünfte für Einweisungen erhalten

KÖLN (pah/las). Niedergelassene Ärzte und Patienten können sich jetzt im Internet bei einem Klinikführer einen Überblick über das Leistungsangebot von 159 Kliniken im Rheinland verschaffen. "Der Klinikführer soll es jedem ermöglichen zu sehen, welche Leistungen welche Krankenhäuser bieten", sagte Joachim Finklenburg, Vorstandsvorsitzender des Krankenhauszweckverbands Köln, Bonn und Region (KHZV), bei der Vorstellung des Klinikführers.

Der Krankenhauszweckverband ist Initiator des Projekts. Der Klinikführer soll außerdem die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung transparent machen und zu einem Wettbewerb unter den Häusern beitragen, sagte Finklenburg. Der KHZV umfasst 159 Kliniken, insgesamt gibt es im Rheinland etwa 200 Häuser.

Medizinische Fachbegriffe wurden ins Deutsche übersetzt

Das Online-Angebot unter www.klinikfuehrer-rheinland.de richte sich vor allem an medizinisch nicht ausgebildete Patienten, sagte Professor Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Münster, das als einzige westfälische Klinik an dem Führer beteiligt ist. "Deshalb wurden medizinische Fachausdrücke, etwa für die Fachabteilungen, eingedeutscht."

Interessierte können eine Postleitzahl eingeben und die Krankenhäuser in ihrer Nähe finden. Sie können aber auch nach Fachabteilungen suchen oder einfach ein Stichwort zu der gewünschten Leistung eingeben. Sie erhalten eine Liste mit Krankenhausleistungen, aus denen sie auswählen können. Die Kliniken, die diese Leistung anbieten, erscheinen in einer Liste, sortiert nach Fallzahlen. Patienten können auch Grundinformationen über die Krankenhäuser wie die Zahl der Betten, Ärzte und Pfleger über den Klinikführer abrufen oder sich über den Träger des Hauses informieren.

Qualitätsindikatoren helfen Patienten bei der Einordnung.

Das neue Portal enthält auch Ergebnisse zur Behandlungsqualität, die die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) sammelt. Zum einen sind die Qualitätsberichte der Kliniken hinterlegt und abrufbar. Zusätzlich können Patienten bei einigen Kliniken Qualitätsindikatoren der BQS finden, die der Gemeinsame Bundesausschuss zur Veröffentlichung freigegeben hat. Insgesamt gibt es 34 Indikatoren aus elf Leistungsbereichen. Patienten können so etwa vergleichen, wie häufig sich in den Kliniken die Op-Wunde nach einer Hüftgelenksoperation entzündete oder bei wie viel Prozent der Geburten ein Kinderarzt anwesend war. Ein Ampelsystem zeigt, ob die BQS die Behandlungsqualität als auffällig eingestuft hat oder die Klinik noch einmal überprüfen will.

Kliniken können Angaben zur Qualität auch kommentieren

Die Kliniken entscheiden aber selbst, ob sie die Qualitätsdaten freigeben, und können die Informationen kommentieren. Bisher haben ungefähr 80 Prozent der Häuser ihre Daten freigegeben, sagt Roeder.

Der Klinikführer ist nur im Internet zu finden, eine gedruckte Fassung ist nicht geplant. "Das Internet als Medium wird zunehmend benutzt", sagte Roeder.

Für die Weiterentwicklung des Klinikführers sind auch Patientenbefragungen geplant, eine Abfrage unter den einweisenden Ärzten ist bisher nicht vorgesehen.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann begrüßte die Einrichtung des Klinikführers: "Viele Informationen zu Umfang und Qualität der Krankenhausleistungen sind für Laien schlichtweg nicht verständlich", sagte er. "Hier leistet der Klinikführer eine wichtige Hilfestellung."

Der Klinikführer ist abrufbar unter www.klinikfuehrer-rheinland.de

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