Ärzte Zeitung, 27.02.2012

Hessen: Masterplan für kommunale Kliniken

OFFENBACH (ine). Kommunale Kliniken brauchen eine neue Organisationsstruktur, sagt Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU).

Zu den Instrumenten dieses Masterplans sollten die Patientensteuerung im Verbund, betriebswirtschaftliches Know-how, medizinische Spezialisierung und regionale Verbünde gehören, so Grüttner beim Rhein-Main-Zukunftskongress in Offenbach.

Hoffnungen setzt Grüttner auf Kooperationen und Nutzung von Synergien. Viele kommunalen Kliniken verzichteten derzeit noch darauf. "Stattdessen werben sie die Chefärzte der Konkurrenz ab - das bezeichne ich als Wahnsinn."

Kliniken sind seiner Ansicht nach in kommunaler Trägerschaft nach gut aufgehoben. Sie könnten genauso erfolgreich sein wie die private Konkurrenz.

Grüttner zweifelte allerdings an der Kompetenz mancher Kommunalpolitiker und forderte sie auf, sich nicht in die Geschicke der Kliniken einzumischen.

Pauschalierte Förderung geplant

Bis zum Sommer will er Vorschläge vorlegen, wie die überregionale Struktur für kommunale Kliniken aussehen könnte. Diese solle den Verantwortlichen als Entscheidungsgrundlage bei der Umstrukturierung ihrer Häuser dienen.

Um Kliniken unter die Arme zu greifen, will Grüttner die Investitionsfinanzierung für Kliniken überarbeiten. Er kündigte an, auf eine pauschale Finanzierungsförderung umzustellen. Dies gebe den Kliniken "ein Stück Freiheit auf den Weg".

Auf Bundesebene will er sich dafür einsetzen, dass die Häuser einen angemessenen Ausgleich für Tarifabschlüsse bekommen: "Die Personalkosten steigen um etwa drei Prozent, die Preise um höchstens 1,48 Prozent. Das ist nicht verkraftbar".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Europäische Impfwoche - Same procedure as last year!

Heute starten die Europäischen Impfwochen. Am Beispiel Masern werden beträchtliche Defizite in Deutschland deutlich - und dass es seit Jahren kaum Fortschritte gibt. mehr »

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen und Opposition weht scharfer Gegenwind. mehr »