Ärzte Zeitung, 14.11.2012

Flensburg und Schleswig

Neue Klinik-Kooperation im Norden

Das Helios-Klinikum in Schleswig arbeitet mit zwei Flensburger Kliniken zusammen. Das sei die Zukunft, meint die Gesundheitsministerin.

KIEL. Der Druck zur trägerübergreifenden Klinikkooperation im Norden nimmt zu. Zwei frei-gemeinnützige Träger aus Flensburg stimmen sich künftig mit dem privat geführten Helios-Klinikum in Schleswig ab.

Als "innovativ und beispielhaft" lobt Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) die Zusammenarbeit.

"Die Vereinbarung stärkt die gesundheitliche Versorgung im Norden des Landes und zeigt, dass Kooperation von Krankenhausträgern trotz Wettbewerbs auf dem Gesundheitsmarkt möglich ist", sagte Alheit, in deren Ministerium die Vereinbarung unterzeichnet wurde.

Sie geht davon aus, dass solche Kooperationen künftig häufiger geschlossen werden müssen, wenn die  ärztliche Versorgung auf dem erreichten Niveau flächendeckend gesichert werden soll. Das Kieler Gesundheitsministerium bietet sich in solchen Fragen als Moderator an.

Zusammenarbeit verhindert runinösen Wettbewerb

Die unbefristete Zusammenarbeit zwischen Schleswig und Flensburg sieht eine Kooperation bei den medizinischen Schwerpunkten und ein abgestimmtes Leistungsangebot vor.

Der Flensburger Klinikverbund ist der Vertragspartner des Schleswiger Krankenhauses, das zur kürzlich von Helios übernommenen Damp-Gruppe zählt.

Zum Verbund gehören das katholische Malteser St. Franziskus Hospital und das evangelische Diakonissenkrankenhaus. Beide stimmen seit Jahren ihre Leistungsangebote ab.

Die Zusammenarbeit der beiden kirchlichen Träger gilt in der Branche als vorbildlich, er hat nach Ansicht von Beobachtern einen ruinösen Wettbewerb verhindert.

Neu ist Kooperation nicht

Der Standort Flensburg ist durch die Spezialisierung seiner Kliniken nach eigenen Angaben inzwischen zum drittgrößten Klinikstandort des Landes aufgestiegen. 

Das Helios-Klinikum Schleswig besteht aus einem Akutkrankenhaus mit acht medizinischen Fachabteilungen und einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin.

Neu ist eine Kooperation zwischen Flensburg und Schleswig nicht. Zur Behandlung Schwerverletzter stimmen Diakonissenkrankenhaus und Schleswiger Klinikum seit Jahren ihr Versorgungskonzept ab. Dies soll auf die Bereiche Neurochirurgie und Perinatalmedizin ausgeweitet werden.

Zudem kündigten die Partner an, dass Schleswig Mitglied im Onkologischen Zentrum am Malteser Krankenhaus wird. Enger kooperieren werden sie künftig auch in der Fort- und Weiterbildung.  (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »