Ärzte Zeitung online, 21.09.2017

Berlin

Senat will Charité mehr Geld zubuttern

Die Charité soll von Berlin einen neuen Vertrag bekommen. Er soll der Uniklinik mehr Planungssicherheit bringen.

BERLIN. Eine Erhöhung der Grundfinanzierung um jährlich 3,5 Prozent sieht der Hochschulvertrag des Landes Berlin mit der Universitätsklinik Charité vor. Damit finanziert werden sollen unter anderem der Aufbau einer Palliativmedizin-Professur und eines Pflegestudiengangs. Planungssicherheit verspricht das Land der Charité mit dem Vertrag, den das Abgeordnetenhaus vergangene Woche erst mal an diverse Ausschüsse verwies. Die Zustimmung steht also noch aus.

Statt auf vier ist die Vereinbarung nun auf fünf Jahre angelegt. Im Zeitraum 2018 bis 2022 sollen die Zuschüsse von Land und Bund für konsumtive Ausgaben um fast 20 Prozent im Vergleich zu 2017 steigen. Die Stadt will ihrer Uniklinik mehr Geld zubuttern.

Rund 247 Millionen Euro sieht der Vertrag für 2022 als Höchstbetrag vor, den die Charité gemäß der vereinbarten leistungsbasierten Finanzierung abschöpfen könnte, wenn sie die im Bereich Lehre, Forschung und Gleichstellung festgelegten Ziele erreicht. In diesem Jahr liegt der Zuschuss für konsumtive Ausgaben bei knapp 208 Millionen Euro. Über den gesamten Vertragszeitraum ist damit ein zusätzliches Plus von 114 Millionen Euro eingeplant. Ab 2019 soll auch der Landeszuschuss für allgemeine Investitionen um jährlich 3,5 Prozent steigen. Er liegt derzeit bei 33 Millionen Euro, 2022 sollen dann 38,6 Millionen Euro an die Charité fließen – insgesamt ein Plus von gut 12 Millionen Euro.

Finanziert werden soll mit den Geldern laut Vertrag wie gesagt unter anderem der Aufbau eines Fachbereichs Palliativmedizin. Für die Einrichtung einer zusätzlichen W2-Professur, für die Schaffung weiterer Personalstellen und bauliche Investitionen veranschlagt der Senat anfänglich 250.000 Euro pro Jahr. Insgesamt werden 1,25 Millionen Euro bereitgehalten.

Der Charité ist auch aufgetragen, einen Pflegestudiengang aufzubauen. Dies, so heißt es in dem Vertrag, werde frühestens im Wintersemester 2019/ 2020 geschehen. Geplant ist eine jährliche Aufnahmekapazität von 60 Studenten. Knapp acht Millionen Euro will das Land dafür insgesamt zur Verfügung stellen.

Gern hätte es die Hauptstadt auch, wenn "Berlin zur Hauptstadt der Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen" wird. Dazu soll sich die Charité am Aufbau eines entsprechenden Zentrums beteiligen, das Alternativmethoden entwickeln und implementieren soll. 8,6 Millionen Euro Zuschuss sind dafür vorgesehen.Der Charité-Vertrag sieht zudem Verbesserungen bei Studien- und Beschäftigungsbedingungen vor. Der Anteil unbefristeter Verträge bei dem aus Landesmitteln beschäftigten wissenschaftlichen Personal im akademischen Mittelbau soll bis 2020 mindestens 35 Prozent betragen.(juk)

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