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Klinikum Höchst

Mängel in der Psychiatrie im Visier

Nach einem TV-Bericht über Missstände in der geschlossenen Psychiatrie des Klinikums Höchst hat das Frankfurter Krankenhaus Defizite in der Patientenversorgung eingeräumt.

Veröffentlicht:
Ein Vorwurf gegen die geschlossene Abteilung: ungerechtfertigt lange Fixierungen.

Ein Vorwurf gegen die geschlossene Abteilung: ungerechtfertigt lange Fixierungen.

© Hans Wiedl / dpa/ZB

WIESBADEN/FRANKFURT. Das Klinikum Höchst geht nach Kritik an der Situation in der geschlossenen Psychiatrie in die Offensive. „Wir sind uns darüber einig, dass es erhebliche Mängel gibt“, sagte Geschäftsführerin Dorothea Dreizehnter nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Sozialministeriums. In einer Stellungnahme des Klinikums wurde „rückhaltlose Aufklärung“ angekündigt.

Es sei bekannt, dass die baulichen Bedingungen der psychiatrischen Klinik nicht mehr den modernen Maßstäben genügten, hieß es darin. „Dies hat auch Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und die therapeutischen Möglichkeiten“. Allerdings setze sich das Klinikum „gegen die pauschale und illegitime Diskreditierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschieden zur Wehr.“

In dem Beitrag des Fernsehsenders RTL hatte in der vergangenen Woche eine verdeckt arbeitende Reporterin über Missstände in dem Frankfurter Krankenhaus berichtet.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte am Donnerstag in Wiesbaden „regelmäßige fachaufsichtliche Gespräche mit dem Klinikum“ an. Als Sofortmaßnahme seien bereits sämtliche Protokolle über Fixierungen aus dem Jahr 2018 angefordert worden. Zudem soll ein externer Gutachter eingeschaltet werden.

„Wir klären das auf, prüfen gründlich, fordern und ziehen bereits erste Konsequenzen“, sagte der Minister. Sozialdemokraten und Liberale im Landtag kritisierten die bisherige Aufklärungsarbeit der Aufsichtsbehörden.

Es sei unverständlich, dass das Sozialministerium „eineinhalb Jahre lang nicht in der Lage gewesen sei, die gesetzlich vorgeschriebene Besuchskommission einzusetzen und erst jetzt – durch den massiven Druck der Öffentlichkeit – plötzlich unbürokratische Lösungen“ finde, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Daniela Sommer.

„Der Skandal besteht darin, dass keines der Probleme von heute auf morgen entstanden ist, sondern schon lange vor sich hin schwelte“, formulierte FDP-Amtskollege Yanki Pürsün. (dpa/lhe)

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