Ärzte Zeitung, 27.04.2016
 

Biotechnologie

Innovationspreis für neue Optionen

Der Arbeitskreises der BioRegionen ehrt auf den Deutschen Biotechnologietagen in Leipzig Innovatoren.

LEIPZIG. "Dendritenstabilisations-Nasenspray gegen Neurodegeneration" - mit dieser Innovation reüssierte Professor Hilmar Bading vom Institut für Neurobiologie an der Universität Heidelberg beim Innovationspreis 2016 des Arbeitskreises der BioRegionen in Deutschland (AK BioRegio).

Verliehen wurde die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung diese Woche im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage in Leipzig. Insgesamt drei Projekte ehrte der AK BioRegio, ein Zusammenschluss lokaler Organisationen aller Bundesländer, die im Bereich Biotechnologie aktiv sind und die innovative Branche in den jeweiligen Regionen fördern.

Krankheits- und altersbedingte Einschränkungen von Gedächtnisleistungen und anderer Hirnfunktionen gehen mit dem Verlust der Dendriten einher. Die Applikation eines von Badings Team entwickelten "Dendriten-Stabilisators" mit Hilfe eines Nasensprays verhindere den Verlust funktionswichtiger Nervenstrukturen.

Dieses neuartige, nicht-invasive und außergewöhnlich einfache Therapieprinzip vermindere deutlich die Hirnschäden und Funktionsverluste nach einem Insult. Amyotrophe Lateralsklerose, Glaukom, sowie Demenzerkrankungen stellten weitere mögliche therapeutische Anwendungsbereiche dar. Hierzu habe das Team mittlerweile die Firma FundaMental Pharma GmbH gegründet.

Zweiter Preisgewinner waren Privatdozent Florian Kreppel und Professor Stefan Kochanek von der Universität Ulm mit dem Projekt "Ad-O-Lytics: Innovative Virotherapie zur Krebsbekämpfung". Das Team von Ad-O-Lytics entwickle maßgeschneiderte Adenoviren für die onkolytische Virotherapie zur Krebsbekämpfung.

Das Team habe ein Verfahren entwickelt und patentiert, mit dem das krebszerstörende Virus über die Blutbahn verabreicht werden könne. Mit genau dieser Option habe Ad-O-Lytics eine wesentliche Hürde der Virotherapie überwunden und daher klare Vorteile gegenüber Wettbewerbsverfahren, wie der AK BioRegio hervorhebt.

Mit ihrem Projekt "Biochip-basierte Organmodelle" waren Dr. Alexander Mosig und Dr. Knut Rennert vom Center for Sepsis Control & Care am Institut für Biochemie II des Universitätsklinikums Jena die weiteren Gewinner des diesjährigen Innovationspreises. Therapieoptionen des entzündungsassoziierten Organversagens entwickelt werden.

Die Nutzung Biochip-gestützter Organmodelle beschleunige die Entwicklung neuer Therapieoptionen des entzündungsassoziierten Organversagens und minimiere die dafür notwendige Anzahl an Tierversuchen. (maw)

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