Ärzte Zeitung, 02.06.2014

RegioMed

Noch nicht jeder Baustein sitzt

Wie gut kommen Sicherstellungs-Projekte der KV an? In Brandenburg zeigt sich: Die Bereitschaftsdienstpraxen der KV sind ein Erfolgsmodell. Bei anderen RegioMed-Angeboten hakt es zum Teil noch.

RegioMed: Noch nicht jeder Baustein sitzt

Erste RegioMed-Praxis in Potsdam: Jetzt gibt es auch eine in Brandenburg a.d. Havel.

© Bernd Settnik / dpa

BERLIN/POTSDAM. Die KV Brandenburg hat eine neue Bereitschaftsdienstpraxis in der Stadt Brandenburg an der Havel eröffnet. "Wir sind zuversichtlich, dass auch die Menschen in der Stadt Brandenburg die neue Praxis annehmen werden", sagte KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming.

Gerade in Städten, in denen die Bereitschaftspraxen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sind, seien sie eine sinnvolle Ergänzung zum ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Die Geschäftsführerin des Städtischen Klinikums Brandenburg, Gabriele Wolter schätzt die enge Anbindung der Praxis an ihr Krankenhaus. "Mit der Bereitschaftspraxis in unseren Räumen können wir auf kurzem Weg entscheiden, ob ein Patient in der Rettungsstelle versorgt werden muss oder ob dies der diensthabende Arzt in der Bereitschaftspraxis übernehmen kann." Die Rettungsstelle könne so entlastet werden.

Die Bereitschaftsdienstpraxis in der Stadt Brandenburg ist landesweit die vierte. Die anderen drei werden nach KVBB-Angaben sehr gut angenommen. Der Bereichsleiter Neue Versorgungsformen der KVBB Lutz O. Freiberg bewertet sie als "absolutes Erfolgsmodell". In Potsdam lagen die Fallzahlen zuletzt bei 1354 Patienten.

In Cottbus seien 1368 Patienten versorgt worden, und selbst die Praxis in Eberswalde, die erst im Herbst 2013 eröffnet wurde, rechne sich jetzt schon, teilte Freiberg bei einem Kongress des Bundesverbands Medizinischer Versorgungszentren mit.

Nachbessern beim Patientenbus

Für die übrigen Angebote im Rahmen des Sicherstellungs-Baukastens KVRegioMed zog Freiberg eine gemischte Bilanz. "Absolut wirtschaftlich" sei auch das KVRegioMed-Zentrum in Bad Belzig. Dort werden fachärztliche Spezialsprechstunden zur ambulanten Versorgung gynäkologischer Krebspatientinnen angeboten.

Rund 550 Patientinnen hat das Zentrum zuletzt pro Quartal versorgt. "Das Ganze funktioniert nur durch wirtschaftliche Synergien", so Freiberg. Das neue RegioMed-Zentrum in Templin versorgt im ersten Betriebsquartal 36 Patienten. Dort geht es um Geriatrie.

Im Gubener Zentrum, das polnische Sprechstunden anbietet, wurden laut Freiberg zuletzt 330 Patienten vom Hausarzt und 302 Patienten von der HNO-Ärztin versorgt.Sehr unterschiedlich sind die Fallzahlen in den drei RegioMed-Praxen.

Die Eigeneinrichtungen der KVBB mit angestellten Hausärzten versorgten zuletzt in Joachimsthal 857 Patienten, in Bad Freienwalde 560 und in Elsterwerda 392. "Wir werben nicht für diese Praxen, die Ärzte kommen aktiv auf uns zu", sagte Freiberg.

Interessant sei eine Tätigkeit in einer KV-Eigeneinrichtung vor allem für Ärzte knapp unter 50 Jahren, die zu jung seien um aufzuhören, und zu alt um sich niederzulassen. Gescheitert ist das Projekt Patientenbus im Landkreis Märkisch-Oderland.

Er hatte laut Freiberg ein entscheidendes Manko: "Der Bus musste an öffentlichen Haltestellen halten. Das haben die Menschen nicht verstanden. Der nächste Bus wird in Templin starten und direkt am Krankenhaus und Zentrum halten. Wir erwarten dort eine sehr hohe Akzeptanz", so der KVBB-Bereichsleiter. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »

Hilfe für die Seele gefordert

Eine Krebsdiagnose ist ein Schock. Die Psychoonkologie soll helfen. Aber die Unterstützung ist wenig bekannt und unterfinanziert. mehr »