Ärzte Zeitung, 01.12.2011

So viel verdienen MFA wirklich

In neuen Bundesländern erhalten Medizinische Fachangestellte die geringsten Gehälter - zum Teil sogar unter Tarif. Am besten zahlen Praxen in Hamburg und Hessen.

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Das Gehalt der Medizinischen Fachangestellten ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch.

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NEU-ISENBURG (reh). Medizinische Fachangestellte (MFA) werden - egal ob sie Berufsanfänger oder erfahrene Kräfte sind - in Hamburg, Hessen und Bayern am besten bezahlt.

Die Schlusslichter bei der Bezahlung bilden jeweils neue Bundesländer: bei den Berufseinsteigern ist dies Brandenburg, bei den MFA mit Berufserfahrung Mecklenburg-Vorpommern.

In Hessen werden junge MFA gut bezahlt

Dabei liegt das höchste Jahresgehalt, das jungen MFA winkt, bei 22.093 Euro und das auch nur in Hessen. In Hamburg bekommen die Berufseinsteiger immerhin 20.769 Euro, in Bayern 20.399 Euro.

In Nordrhein-Westfalen liegt das Einstiegsgehalt noch knapp über dem Tarif für MFA - danach müssten MFA im ersten Berufsjahr und in der Tätigkeitsgruppe I (vgl. Kasten) nämlich ein Jahresgehalt von 19.435 Euro erhalten.

5526 Gehaltsdaten ausgewertet

Erfasst hat die Daten der Internet-Portalbetreiber PersonalMarkt Services GmbH. Für die Studie seien 5526 Einzel-Gehaltsdaten von MFA aus den vergangenen zwölf Monaten aus neun Bundesländern ausgewertet worden, sagt Portalmanager Michael Mitterer.

Dabei stammten die Gehaltsdaten aus Gehalts- und Vergütungsstudien von privaten Personen - etwa über das Portal gehalt.de - sowie aus umfassenden Gehaltsstudien in Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Untertarifliche Bezahlung in vier Bundesländern

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In vier Bundesländern werden die Berufseinsteiger demnach unter Tarif bezahlt.

So erhalten sie in Berlin ein Jahresgehalt von 19.373 Euro, in Niedersachsen von 18.757 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern von 18.540 Euro und in Brandenburg mit 17.942 Euro das niedrigste Gehalt und eines, das fast 1500 Euro unter Tarif liegt.

MFA mit Berufserfahrung verdienen mehr

Besser sieht es für MFA mit Berufserfahrung aus. Denn hier wird das geringste Jahresgehalt - das es in Mecklenburg-Vorpommern gibt - auf 21.077 Euro beziffert.

Zum Vergleich: Nach Tarif müsste eine MFA mit sieben bis zehn Berufsjahren in der Tätigkeitsgruppe I ein Gehalt von 22.178 Euro und in der Tätigkeitsgruppe III von 24.401 Euro erhalten.

Mittelwert liegt bei 24.896 Euro

Der MFA-Tarif

Nach dem Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte (MFA) sollten die Praxismitarbeiterinnen 13 Monatsgehälter erhalten (Paragraf 12 Manteltarifvertrag). Außerdem unterscheidet der GehaltstTarifvertrag sowohl nach Berufsjahren als auch Tätigkeitsgruppen.

Dabei gibt es - je nach Kompetenzbereichen - vier Tätigkeitsgruppen. Die Gruppe I sieht etwa keine weiteren Zusatzqualifikationen außer der Ausbildung und ein Jahresgehalt für Einsteiger von 19.435 Euro vor. MFA in der Gruppe IV übernehmen hingegen auch Führungsaufgaben und sollten ab dem siebten Berufsjahr ein JahresgGehalt von 26.611 Euro erhalten. (reh)

In Berlin gibt es wenigstens 23.734 Euro Jahresgehalt, in Brandenburg 24.458 Euro und am besten werden MFA mit Berufserfahrung in Hamburg mit 27.170 Euro bezahlt.

Der Mittelwert liegt übrigens - bezogen auf die Studie - bei 24.896 Euro. Wobei es in sechs Bundesländern Gehälter über 25.000 Euro gibt. In Bayern erhalten erfahrene MFA etwa 25.922 Euro, in Hessen 25.799 Euro, in Baden-Württemberg 25.683, in Niedersachsen 25.198 und in NRW 25.024 Euro.

Höhere Mieten in Hamburg und Bayern

Dabei sind in die Studie die Daten von MFA mit mehr als zwei Berufsjahren eingeflossen. Es wurde jedoch nicht weiter nach Berufsjahren, wie dies etwa der Tarifvertrag für die MFA tut, unterschieden.

Als Gründe für den großen Gehaltsabstand zwischen alten und neuen Bundesländern nennt der Portalbetreiber die unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten.

Die lägen - bezogen auf die Mieten und Wohnnebenkosten - in Hamburg und Bayern einfach höher als in den neuen Bundesländern.

[15.02.2012, 23:21:51]
Dino Langner 
Tarif ohne drückende Partei im Nacken
Dem med. Fachpersonal fehlt einfach eine starke & gut organisierte Gewerkschaft. Ungelernte Menschen die stupide Arbeiten am Fließband verrichten verdienen bei weitem besser.

Auch wenn sich jeder bewusst ist, eine Sprechstunde ohne MFA/AH ist nicht möglich, so ist sich jeder bewusst das es in naher Zukunft zu keinem Streik oder dergleichen kommen kann.  zum Beitrag »

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