Ärzte Zeitung, 12.02.2009

TIPP DES TAGES

Anspruch bei falschem Rat am Telefon

Auskünfte eines Steuerberaters am Telefon sind nicht nur eine bloße Gefälligkeit. Für sie muss er unter Umständen auch Haftung übernehmen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az.: IX ZR 12/05). Nach Ansicht der Richter ist eine Haftung des Beraters auch dann nicht ausgeschlossen, wenn er für den fernmündlichen Rat kein Entgelt verlangt - Mandanten können also aus falschen Auskünften Ansprüche ableiten. Im konkreten Fall ging es um ein Ehepaar, das eine Wohnung vermietete. Als die Immobilie verkauft werden sollte, fragten die Verkäufer bei ihrem Steuerberater nach, welche Steuerpflichten ihnen dadurch drohen könnten. Dass auf den Veräußerungsgewinn 48 Prozent Steuern anfielen, wurde übersehen. Der Bundesgerichtshof stufte den telefonischen Rat des Steuerberaters nicht nur als Gefälligkeit ein, sondern als stillschweigenden Abschluss eines Auskunftsvertrags.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Eine Milliarde Euro mehr für Ärzte? KBV ist "enttäuscht"

Die Vertragsärzte in Deutschland bekommen im nächsten Jahr knapp eine Milliarde Euro mehr an Honorar. Das ist das Ergebnis der Honorarverhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband. mehr »