Ärzte Zeitung, 07.03.2012

Nach Unfall besteht Abschnallpflicht

KARLSRUHE (mwo). Wer nach einem Unfall im Auto zum Stehen kommt, muss und darf sich abschnallen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen und die Unfallstelle zu sichern.

Eine höhere Mitschuld scheidet daher aus, wenn es nach dem ersten Unfall zu einem zweiten Zusammenstoß kommt, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Im Streitfall hatte eine Frau nachts auf der Autobahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und war auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort kam ihr Wagen unbeleuchtet zum Stehen.

Noch ehe sie aussteigen konnte, fuhr ein entgegenkommendes Auto auf ihres auf. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe sah das Hauptverschulden mit 60 Prozent beim Fahrer des auffahrenden Wagens.

Bei den Personenschäden der Frau setzte das OLG den Anteil des Unfallgegners allerdings auf 40 Prozent herab, da sie zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt gewesen sei. Doch die Anschnallpflicht gilt nur "während der Fahrt", betonte der BGH.

Nach dem ersten Unfall habe das Auto der Frau aber gestanden. Sie sei danach verpflichtet gewesen, sich abzuschnallen, um auszusteigen und die Unfallstelle zu sichern. Daher müsse auch bei ihren Personenschäden die Versicherung des Gegners 60 Prozent bezahlen.

Az.: VI ZR 10/11

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Zahl der Atemwegsinfekte bundesweit stark erhöht

In der 7. KW wurden 22.813 Influenza-Fälle an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, das sind rund 8000 mehr als in der Woche zuvor. mehr »

Welcher Sport tut den Gefäßen gut?

Sportliche Menschen scheinen anfälliger für atherosklerotische Koronarveränderungen zu sein als faulere. Neue Studiendaten legen nahe, dass dabei die Sportart von Bedeutung ist. mehr »

Bald Bluttest auf Brustkrebs?

18.30 hForscher an der Universität Heidelberg haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich über einen Bluttest Brustkrebs leichter erkennen lässt. Die Sensitivität wird mit 75 Prozent angegeben. Doch es gibt auch kritische Stimmen. mehr »