Ärzte Zeitung online, 11.07.2017

Fall "Baby Charlie"

Neue Hoffnung für Eltern

LONDON. Die Eltern des schwerkranken britischen Säuglings Charlie Gard haben wieder Hoffnung auf eine Fortführung der Behandlung. Die internationale Aufmerksamkeit und Äußerungen von Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump zu dem Fall hätten Charlie "fürs Erste" das Leben gerettet, sagte die Mutter des elf Monate alten Jungen am Montag der BBC. Am Nachmittag sollte es eine neue Anhörung vor dem britischen High Court geben, nachdem der Klinik, in der Charlie behandelt wird, neue Expertengutachten vorgelegt wurden. Mit einer Entscheidung wurde am Montag nicht gerechnet.Seine Eltern fordern, dass Charlie für eine experimentelle Therapie in die USA ausgeflogen werden darf. Bislang waren sie damit aber durch alle Instanzen hindurch gescheitert.

Charlie leidet unter dem seltenen mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom (MDDS), durch das insbesondere das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Charlie muss künstlich beatmet und ernährt werden. Charlies Ärzte im Londoner Great-Ormond-Street-Krankenhaus glauben nicht, dass ihm noch geholfen werden kann. Sie sprachen sich dafür aus, den Jungen in Würde sterben zu lassen. Bereits Ende Juni sollte Charlies Beatmung eingestellt werden, seine Eltern erbaten sich aber mehr Zeit, um Abschied zu nehmen. Nun muss der Fall neu entschieden werden.(dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »

Psychotherapeuten versus Regierung

Die Psychotherapeuten laufen Sturm gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz. Sie fordern gleiche Rechte für ihre Patienten. mehr »