Ärzte Zeitung online, 15.10.2018

Arzneimittelversorgung

Apothekertag will "Digitalisierung vorantreiben"

Nach Ansicht der ABDA dient das E-Rezept vor allem der Sicherheit der Arzneimitteltherapie.

MÜNCHEN. Zum Abschluss des Deutschen Apothekertages in München überraschte die Dachorganisation ABDA mit der Mitteilung, die Delegierten wollten die "Digitalisierung in der Arzneimittelversorgung vorantreiben". Dazu zähle "die zügige Einführung des elektronischen Rezepts und ein klarer Zeitplan zur Umsetzung der Prozesse für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit".

Die Delegierten hätten die Bundesregierung aufgefordert, "sicherzustellen, dass die notwendigen Geräte und Softwarebestandteile zur Einführung der Telematikinfrastruktur in den Apotheken zeitnah zur Verfügung stehen".

Nachdem Mitte Juni Vertreter der Apothekerschaft zu einem "Telemedizin-Gipfel" im Gesundheitsministerium nicht eingeladen worden waren, war kurz darauf die ABDA mit der Ankündigung vorgeprescht, schnellstmöglich ein Konzept für ein elektronisches Rezept entwickeln zu wollen, das sich in die TI überführen lässt.

Das wurde jetzt in München bekräftigt. Das E-Rezept solle zunächst in einem Pilotversuch getestet und die daraus entwickelte Systemlösung "nach dem Ausrollen der TI-Komponenten in eine flächendeckende Anwendung überführt werden".

Aus Sicht der ABDA liegt der Nutzen des elektronischen Rezepts vor allem "in der flächendeckenden Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit". Schon seit längerem fordert die Branche eine stärkere Einbindung in das Medikationsmanagament, wie es beispielsweise durch Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans in den GKV-Leistungskatalog (seit April 2017) ermöglicht wird.

Zu den Forderungen der diesjährigen Apothekerversammlung an die Adresse Berlins gehört auch die Abschaffung der Importquote. Die ist zwar im Rahmenvertrag zwischen Apothekern und GKV-Spitzenverband konkretisiert. Doch um die Quote aus dem Vertrag streichen zu können, sei erst die gesetzliche Verpflichtung zur Abgabe reimportierter Präparate (in § 129 SGB V ) aufzuheben. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mit den Kilos verschwindet Diabetes

Typ-2-Diabetes lässt sich in gewisser Weise wegspecken: Je mehr Kilogramm Diabetiker durch eine Diät verlieren, und je länger sie das neue Gewicht halten, desto größer sind ihre Chancen auf eine dauerhafte Diabetes-Remission. mehr »

Hausärzte gründen Arbeitgeberverband

Um für gute Arbeitsbedingungen von angestellten Ärzten zu sorgen und mit Kliniken mithalten zu können, hat der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz den „ArbeitgeberVerband Hausärzte“ gegründet. Ein bundesweites Novum. mehr »

Gesundheitsausgaben steigen

Die Gesundheitsausgaben überschritten im Jahr 2017 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag. Und 2018 sind die Ausgaben weiter gestiegen. mehr »