Ärzte Zeitung, 22.04.2016

Arzneien für Ältere

FORTA-Liste aktualisiert

Eine Positiv-Negativ-Liste zu nutzen führt zu einer erheblichen Verbesserung der Pharmakotherapie bei älteren Patienten.

MANNHEIM. Die FORTA-Liste (Fit fOR The Aged), die erste umfassende Positiv-Negativ-Bewertung von Arzneimitteln zur Behandlung älterer Patienten, ist jetzt zum ersten Mal aktualisiert und neu veröffentlicht worden.

Die an der Universitätsmedizin Mannheim entwickelte Liste führt nicht nur Arzneimittel auf, die für ältere Patienten untauglich sind, sondern benennt auch die nachweislich nützlichen Arzneimittel.

Eine aktuell in der Fachzeitschrift "Age and Ageing" (Oxford University Press 2016, online 18. Januar) veröffentlichte Studie habe ergeben, dass die Nutzung von FORTA zu einer erheblichen Verbesserung der Pharmakotherapie bei älteren Patienten führen kann, teilt die Universitätsmedizin Mannheim mit.

Ältere Menschen, deren Medikation mit FORTA evaluiert und angepasst wurde, hätten insgesamt deutlich weniger Arzneimittelnebenwirkungen erlitten und sich in besserem klinischen Gesamtzustand befunden.

Der Einsatz von für ältere Menschen ungeeigneten Medikamenten sei bei dem beobachteten Kollektiv deutlich reduziert gewesen und gleichzeitig sei das Fehlen von nützlichen Arzneimitteln korrigiert worden.

In der FORTA-Liste wurden 273 Substanzen beziehungsweise Substanzklassen für 29 Indikationsbereiche, die älteren Patienten besonders häufig verordnet werden, in Stufen von A bis D eingeordnet, erinnert die Universitätsmedizin Mannheim.

Dabei sei der aktuelle Forschungsstand zur Eignung für ältere Patienten ebenso berücksichtigt worden wie Nutzen-Risiko-Gesichtspunkte.

Das FORTA-Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Bluttest erkennt acht Krebsformen gleichzeitig

Ein universeller Bluttest auf Krebs zur Früherkennung: Dieser Vision sind US-Forscher jetzt einen Schritt nähergekommen. mehr »