Ärzte Zeitung online, 04.12.2017

Diätfrust

Oft geht das Geld, währned die Pfunde bleiben

Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei den meisten Diätprodukten nicht, ärgern sich Verbraucher.

HAMBURG. Den Wunsch, die Pfunde purzeln zu lassen, lassen sich die Deutschen etwas kosten. Während einer Diätphase geben rund 88 Prozent der Verbraucher mindestens 25 Euro pro Monat für Schlankheitsprodukte aus – fast jeder Fünfte sogar deutlich mehr, wie eine nicht repräsentative, aber aussagekräftige Verbraucherbefragung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) ergeben hat. In die Online-Erhebung flossen laut DISQ insgesamt 1315 Bewertungen von Personen ein, die in den vergangen 24 Monaten ein Diätprodukt verwendet hatten.

Pulver anrühren, genießen und ruck-zuck abnehmen – heutzutage ist es ein Kinderspiel, sein Körpergewicht zu reduzieren, suggeriert die Werbung für Diätprodukte. In der Realität wird für einen Großteil der Anwender aber aus der Diätlust der Diätfrust. Denn das Diätergebnis steht häufig nicht in Relation zu den Ausgaben. So äußern laut DISQ 60 Prozent der Befragungsteilnehmer, dass sie mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer angewendeten Diätprodukte nicht zufrieden sind.

Wieviel nimmt man mit Diätprodukten ab? Die Aussage der befragten Verbraucher ist ernüchternd: Mehr als ein Drittel habe während der Einnahmezeit gar kein Gewicht verloren, heißt es, bei weiteren rund 26 Prozent habe sich die Waage wenig beeindruckt gezeigt und ein um maximal zwei Kilogramm reduziertes Körpergewicht mitgeteilt. Nur 18 Prozent hätten einen anhaltenden Gewichtsverlust erzielt. Im Durchschnitt bewerteten Kunden die von ihnen verwendeten Markenprodukte demnach mit "ausreichend"; nur vier von elf Marken hätten ein befriedigendes Gesamturteil erreicht. Am kritischsten wird die Wirksamkeit gesehen: Rund 61 Prozent geben zur Wirkung ihres Diätprodukts kein positives Urteil ab; sehr zufrieden sind hiermit nicht einmal sechs Prozent der Befragten.

Bei aller Kritik bewerte die Mehrheit der Kunden aber sowohl das Markenimage als auch den Bereich Information und Aufklärung der Hersteller positiv. (maw)

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