Ärzte Zeitung, 08.02.2011

MSD schreibt im Schlussquartal 2010 Verluste

Nach dem Rückschlag mit dem Medikamentenanwärter Vorapaxar verzeichnet Merck & Co. Gewinneinbußen.

Von Christiane Kern

Merck & Co. Inc. - Fakten zum Unternehmen

Branche: Pharma

Hauptsitz: Whitehouse Station, New Jersey, USA

Aktuelle Geschäftszahlen: ca. 46 Mrd. US-Dollar Umsatz in 2010

Mitarbeiter: ca. 1.600 in Dtschld. Wichtigste Produkte:

  • Singulair® (Montelukast)
  • Ezetrol® (Ezetimib, Cholesterin-Absorptionshemmer)
  • Isentress® (Raltegravir, HIV- Integrase-Hemmer)
  • WHITEHOUSE STATION. Aufgrund der Übernahme des Wettbewerbers Schering-Plough sowie der starken Nachfrage aus den Schwellenländern ist der Konzernumsatz des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Merck & Co (in Deutschland MSD Sharp & Dohme) im Schlussquartal um rund 20 Prozent auf 12,1 Milliarden US-Dollar (8,9 Milliarden Euro) gestiegen.

    Der Zusammenschluss zahle sich aus, da das Unternehmen nun breiter aufgestellt sei, bewertete Konzernchef Kenneth C. Frazier das Ergebnis. Im November 2009 wurden die beiden US-Konzerne zur "neuen" Merck verschmolzen.

    Im Gesamtjahr 2010 betrug der Umsatz knapp 46 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der MSD zuzurechnende Nettogewinn wird mit 861 Millionen US-Dollar ausgewiesen, 93 Prozent weniger als 2009 (12,899 Milliarden US-Dollar).

    Allerdings weisen Merck & Co für das vierte Quartal 2010 einen Nettoverlust von 531 Millionen US-Dollar bzw. von 0,17 Dollar je Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum hatte der US-Pharmahersteller noch von einem Sondereffekt profitiert und insgesamt einen Gewinn von 6,5 Milliarden Dollar eingefahren.

    Im Schlussquartal 2010 buchte der Konzern nun prozessinterne Forschungs- und Entwicklungs-Abschreibungen von 2,2 Milliarden Dollar, darunter 1,7 Milliarden Dollar auf den immateriellen Wert von Vorapaxar, der im Zuge der Schering-Plough-Transaktion gebucht wurde.

    Der zweitgrößte US-Arzneimittelhersteller musste Studien für den Plättchenhemmer Vorapaxar stoppen, weil bei Schlaganfallpatienten verstärkt intrakranielle Hämorrhagien aufgetreten waren. Dem Medikament wurden mehrere Milliarden Umsatz zugetraut.

    Aufgrund der Vorapaxar-Rückschläge, aber auch wegen öffentlichen Sparmaßnahmen in der EU und den Auswirkungen der US-Gesundheitsreform rückte die Gesellschaft von ihrem bisherigen Ziel ab, bis 2013 das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis jährlich um einen hohen einstelligen Prozentwert zu steigern.

    Trotz dieser Hindernisse an den Ergebniszielen festzuhalten würde laut MSD umfangreiche Sparmaßnahmen erfordern. Optimistisch ist die Prognose für 2011: MSD stellt einen bereinigten Gewinn bis zu 3,76 Dollar je Aktie und ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

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